„Goldene“ Almsenner bei Käseolympiade in Galtür gekürt

Schwierige Rahmenbedingungen für die 27. Almkäseolympiade in Galtür: Der Veranstalter darf trotzdem eine positive Bilanz ziehen.

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Sophie Sonderegger und Martin Wagner (2./3. v. l.), Landjugend Galtür, zeigen die Trophäen. Andreas Österreicher, Stefan Pröll und Fritz Metzler (v. l.) vom Jury-Team gaben Einblick in ihren Job.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Galtür – An eine „normale“ Almkäseolympiade mit Verkaufsständen und 3000 Besuchern wie vor der Corona-Pandemie habe man ohnehin nicht geglaubt. „Aber wir wollten den Almsennereien wieder eine Plattform zur Bewertung ihrer Produkte bieten“, schilderten Sophie Sonderegger und Martin Wagner von der Landjugend Galtür. Schon vor Monaten habe man mit den Vorbereitungen begonnen. „Die Planung war sehr schwierig. Wir haben nie gewusst, was wir wann machen dürfen, und mussten immer wieder abwarten.“ Die Covid-Bestimmungen hätten sich mehrmals geändert.

Rund 80 Landjugend-Mitglieder sowie eine 30-köpfige Fachjury haben dafür gesorgt, dass die 27. Auflage des Kultfestes gestern Samstag reibungslos über die Bühne ging, wenn auch in abgespeckter Form, ohne Verkaufsstände und Festakt. Mit 249 Einreichungen von 106 Almen habe man „jedenfalls eine erfreuliche Steigerung“ gegenüber der Olympiade 2020. „Eine Bewertung in Galtür ist nach wie vor gefragt“, freut sich das Team der Landjugend.

Auch die Jury mit Frieda Eliskases-Lechner sowie Klaus Dillinger, beide von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt (HBLFA), zog eine „positive Gesamtbilanz“ zur Qualität. Allerdings gab es mitunter „wetterbedingte Mängel“. Das bestätigte auch Käsemeister Benjamin Schmidhofer aus der Wildschönau: „Der Sommer war oft nass und kalt. Das ist nicht ohne Einfluss auf die Produktion geblieben.“ Als „wetterresistent“ hat sich, so Eliskases-Lechner, der Schnittkäse erwiesen. In dieser Kategorie konnte die Jury überdurchschnittlich viele Goldmedaillen vergeben.

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Unter den 249 Einreichungen bei der 27. Galtürer Almkäseolympiade gab es 44 Goldmedaillen, 36 Silberne und 33 Bronzene. Die Produkte von den Tiroler Almen wurden 10-mal mit Gold, 8-mal mit Silber und 8-mal mit Bronze ausgezeichnet.

Der Tagessieg für Schnittkäse ging an die Schwägalp in Säntis (CH), jener für Hartkäse an die Alpe Rona in Bürserberg (Vbg.). Den Dreikäsehoch-Preis eroberte die Alp Sattel, Einsiedeln (CH).

Der am weitesten angereiste Käse kam von der Biosennerei Lurgbauerhütte (Stmk.)


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