Trauerfeier für Gabby Petito, bekannter Kopfgeldjäger „Dog" will Freund finden

Der Fall Gabby Petito erschüttert die USA. Die 22-Jährige bricht im Juli zu einem Roadtrip mit ihrem Freund auf, kommt aber nie wieder nach Hause. Vergangene Woche findet die Polizei ihre Leiche. Da das FBI diese noch nicht freigibt, trauern Angehörige und Freunde heute um eine leere Urne. Indes kommen die Ermittler dem verschwundenen Freund trotz umfangreicher Suchmaßnahmen nicht auf die Spur. Ein Profi will ihnen nun helfen.

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Gabby Petito wurde getötet. Die Polizei fahndet nach ihrem Verlobten.
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New York – In der Nähe von New York haben Angehörige und Freunde der getöteten Gabrielle „Gabby" Petito bei einer Trauerfeier von der 22-Jährigen Abschied genommen. Die live im Internet übertragene Zeremonie in Holbrook auf Long Island bei New York stieß landesweit auf große Anteilnahme. Nach Angaben des Senders Fox35 versammelten sich die Trauernden um eine leere Urne, weil die Bundespolizei FBI den Leichnam der jungen Frau noch nicht freigegeben hat.

Gabby Petito war nach einer Reise quer durch die USA mit ihrem Freund Brian Laundrie verschwunden. Ihre Leiche wurde vor rund einer Woche in einem Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming gefunden. Laut Gerichtsmedizin wurde Petito Opfer eines Tötungsdelikts.

Das Beerdigungsinstitut übertrug die Trauerfeier via Internet live.
© Edna Leshowitz via www.imago-images.de

Der Altar in dem Gebäude war mit Bildern von Petito geschmückt. Draußen warteten Bürger in langen Schlangen, um Gabby Petito die letzte Ehre zu erweisen. Auf Schildern waren Aufschriften wie „Für immer in unseren Herzen" zu sehen.

„Ich könnte als Vater nicht stolzer sein"

Der Vater der 22-Jährigen, Joseph Petito beschrieb seine Tochter in seiner Grabrede in Holbrooke auf Long Island laut CNN als „glückliches Mädchen", zu dem sich die Menschen hingezogen gefühlt hätten. „Ich möchte, dass Sie sich von Gabby inspirieren lassen." Die Menschen sollten über den Tod seiner Tochter nicht traurig sein, sondern ihr kurzes, erfülltes Leben vielmehr als Ansporn nehmen. „Ich könnte als Vater nicht stolzer sein", sagte er über seine Tochter.

Gabby Petito und ihr 23-jähriger Freund waren im Sommer zu einer Rundreise durch die USA aufgebrochen.
© North Port Police Department via

Joseph Petito sagte in seiner Rede weiter: „Wenn es eine Reise gibt, die ihr machen wollt, dann macht sie jetzt. Macht es jetzt, solange ihr noch Zeit habt. Wenn ihr in einer Beziehung seid, die vielleicht nicht das Beste für euch ist, dann verlasst sie jetzt." Damit bezog er sich offenbar auf die Beziehung seiner Tochter zu ihrem Freund.

„Dog – der Kopfgeldjäger" sucht Laundrie

Die Behörden suchen den 23-Jährigen nun schon seit über eine Woche. Brian Laundrie war von der Reise Anfang September allein zurückgekehrt, hatte zunächst die Aussage zum Verschwinden Petitos verweigert und war dann selbst verschwunden. Seine Eltern gaben an, er sei zu einer Wanderung im Carlton-Reservat aufgebrochen. Mehr als ein halbes Dutzend Strafverfolgungsbehörden helfen inzwischen bei der Suche in dem äußerst unwegsamen etwa 25.000 Hektar großen Naturschutzgebiet. Die Polizei glaubt, dass Laundrie dort monatelang überleben könnte.

Bisher fehlt von Laundrie jede Spur.
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Duane Chapman, besser bekannt als „Dog the Bounty Hunter", will Brian Laundrie finden.
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Bei der Suche bekamen die Ermittler jüngst prominente Unterstützung. Duane Lee Chapman, besser bekannt als „Dog the Bounty Hunter", hat nach eigenen Angaben bereits die Suche nach Brian Laundrie aufgenommen. In US-Medien versprach Chapman, dessen Arbeit acht Jahre in der TV-Serie „Dog – der Kopfgeldjäger" dokumentiert wurde, er wolle Laundrie vor seinem 24. Geburtstag am 18. November fassen. Der New York Post sagte Chapman, er habe über seine Hotline bereits Hunderte von Hinweisen erhalten. Viele deuteten darauf hin, dass Laundrie auf dem Appalachian Trail unterwegs ist, einem etwa 3500 Kilometer langen Fernwanderweg, der durch 14 US-Bundesstaaten führt. Laundrie war dort schon früher monatelang unterwegs.

Haftbefehl wegen Kreditkartenbetrugs

Mittlerweile wurde auch ein Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen. Allerdings nicht wegen des Verdachts der Tötung Petitos, sondern weil er während der Reise fremde Geldkarten benutzt hatte.

Der Fall bewegt die USA seit Wochen und hat auch international für Schlagzeilen gesorgt. Petito und Laundrie, die gemeinsam in North Port in Florida lebten, waren im Juli mit einem zum Wohnmobil umgebauten Lieferwagen zu einer Reise quer durch die USA aufgebrochen. Ihre Erlebnisse bei dem für vier Monate geplanten Abenteuer teilten sie in den Online-Diensten Instagram und YouTube. (APA/dpa, AFP, TT.com)


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