53-Jähriger sägte in Tulfes aus Frust 127 Bäume an

Wegen Beschädigung von Bäumen in Tulfes erging gestern eine Diversion. Ein 53-Jähriger kam mit Schadenersatz davon.

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Der Mann hat mit einer Kettensäge 127 Bäume beschädigt.
© zoom.tirol

Innsbruck – Mit erkennbarer Reue händigt der Angeklagte drei Waldbesitzern jeweils ein Kuvert mit dem Schadenersatz in bar aus. Er entschuldigt sich persönlich für das, was er ihnen angetan hat. Es war das Ende einer Verhandlung am Innsbrucker Landesgericht gestern Vormittag. Der Mann wurde beschuldigt, im März 127 Bäume im Bereich Volderwald in Tulfes mit einer Kettensäge beschädigt zu haben.

„Ich hatte niemanden zum Reden“, erklärte der 53-Jährige aus dem Großraum Innsbruck seine damalige Situation. Nach mehreren familiären und gesundheitlichen Zwischenfällen befindet er sich bereits seit 2019 in Behandlung in einer Psychiatrie. Diesen emotionalen Zustand machte er auch für seine Taten verantwortlich, zu denen er gestern voll geständig war. Er habe ein Ventil zum Druck-Ablassen gesucht. Dieses fand er im wahllosen Ansägen von Bäumen in einem nahen Waldstück.

Der Richter sprach im Prozess aber trotzdem den Verdacht an, dass der Angeklagte durch das Fällen der Bäume mehr Sonnenschein auf sein Grundstück bringen wollte. Dieser verwies jedoch weiter auf die psychische Situation. Zusätzlich stand auch noch der Verdacht der Beweismittelunterdrückung im Raum. Der 53-Jährige hatte am Tatort nämlich zwei Wildkameras gestohlen. Darauf angesprochen, konnte er jedoch kein Motiv für die Tat mehr nennen.

Der von den Geschädigten geforderte Schadenersatz war für das Gericht nicht nachvollziehbar. Im Zuge einer Diversion sprach der Richter deshalb erst Teilschadenersatz zu – und verwies auf den Zivilrechtsweg. Nachdem alle Betroffenen diesen Vorschlag akzeptierten, zahlte der Angeklagte den Opfern erst einmal insgesamt 1800 Euro. Zudem wurde die verwendete Kettensäge konfisziert. (seb)

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