Gardasee-Bootsunfall: Deutsche Angeklagte müssen vor Gericht

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Beim Bootsunfall am Gardasee am 19. Juni kamen zwei junge Italiener ums Leben.
© Carabinieri Brescia

Rom/Brescia – Die Staatsanwaltschaft in der norditalienischen Stadt Brescia hat am Mittwoch die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen zwei deutsche Staatsbürger angeordnet, die beschuldigt werden, im Juni auf dem Gardasee ein Boot gerammt und zwei junge Italiener getötet zu haben. Die beiden müssen sich in einem Schnellverfahren wegen des Todes eines jungen Paares verantworten. Die erste Anhörung wurde für den 10. November angesetzt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Der deutsche Verdächtige, der am Steuer des Bootes war, wurde im August aus dem Gefängnis entlassen. Er wartet nun unter Hausarrest an einem geheimen Ort in Italien auf den Prozessbeginn. Der Deutsche soll in der Nacht auf den 20. Juni ein Motorboot auf dem Gardasee gesteuert haben. Das Boot, besetzt mit ihm und einem Freund, stieß den Ermittlungen zufolge mit dem Boot eines italienischen Paares zusammen, das vom Westufer des Sees stammte.

Per Haftbefehl gesucht

Der 37 Jahre alte Mann wurde tags darauf tot in dem Kahn entdeckt. Stunden später bargen Taucher die Leiche seiner 25 Jahre alten Begleiterin. Der Verdacht fiel bald auf die beiden Münchener. Diese durften zunächst wieder nach Deutschland zurückreisen, was in Italien teils für Empörung sorgte.

Die italienische Justiz suchte später einen der beiden per europäischem Haftbefehl. Der 52-Jährige stellte sich schließlich Anfang Juli am Brenner den Behörden und kam in ein Gefängnis in Brescia. Die Deutschen hatten den Behörden anfangs gesagt, sie hätten den Unfall nicht bemerkt. (APA)

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