Die Kleinsten fürs Essen begeistern: Projekt „Schmatzi“ wird 20

„Schmatzi“ feiert 20-Jahr-Jubiläum. Das Bildungsprojekt hilft Kindern, Bezug zu Lebensmitteln herzustellen.

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„Igitt, das stinkt!“ Das Erschnuppern verschiedener Düfte soll Kindern helfen, Bezug zu Lebensmitteln herzustellen.
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Von Judith Sam

Innsbruck – In der Küche herrscht Hochbetrieb. Ein halbes Dutzend „Chefköche“ drängeln sich um die Arbeitsflächen. Tomaten werden geschnippelt, Gnocchi blubbern im Salzwasser. Die eine oder andere Nocke landet auf dem Boden, doch das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ wäre fehl am Platz.

Die Eineinhalb- bis Zehnjährigen, die im Innsbrucker Hort „Kindervilla Kravogl“ betreut werden, sind routinierte Köche. Helfen sie der Köchin doch mindestens einmal wöchentlich bei der Zubereitung ihres Mittagessens.

„Das passiert im Rahmen des Bildungsprojekts ,Schmatzi‘“, schildert Hortleiterin Christa Kramer. Das wurde vom Ländlichen Fortbildungsinstitut vor 20 Jahren ins Leben gerufen, um Bewusstsein für den Wert und die Regionalität von Lebensmitteln zu schaffen. Essen mit allen Sinnen steht bei „Schmatzi“ im Fokus. Wobei so manche Erfahrung dabei irritiert. Gerade schnuppert der kleine Finn an Lavendelpulver. Sein Urteil ist klar: „Igitt, das stinkt ja!“ Doch auch wenn Finn offenbar kein Lavendelfreund ist, wird ihm der Duft eher in Erinnerung bleiben, als wenn er nur davon gelesen hätte.

Diese lebendige Herangehensweise wollten die Seminarbäuerinnen in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Tirol erzielen, als sie eigens aufbereitete Materialien und Unterrichtseinheiten erstellten. Kein Wunder, dass sich das vom Land Tirol unterstützte Projekt von Tirol aus nach Salzburg und in die Steiermark ausweitete und bislang 321 Kindergärten und 138 Volksschulen teilnahmen.

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