Helmut Kutin wird 80: Großvater der Kinderdörfer feiert runden Geburtstag

Helmut Kutin wird am 4. Oktober 80 Jahre alt. Einen Tag später erzählt er als Zeitzeuge über sein bewegtes Leben im Dienste von SOS-Kinderdorf.

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Mehr als 50 Jahre lang kümmerte sich Helmut Kutin an führender Stelle um die Not der Kinder in allen Teilen dieser Welt.
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Von Mario Zenhäusern

Innsbruck – Er sei kein Pensionist, erklärte Helmut Kutin Ende November 2017 im Interview mit der Tiroler Tageszeitung anlässlich der Übergabe der Präsidentschaft von SOS-Kinderdorf Österreich an Irene Szimak. Nein, er sei „der Großvater der SOS-Kinderdörfer“ und werde „auch in Zukunft nicht hinter dem Vorhang herumdudeln. Wenn ich etwas zu sagen habe, werde ich es sagen.“ Wer Helmut Kutin kennt, weiß, dass das kein leeres Versprechen war.

Am 4. Oktober 1941 in Bozen geboren, verlor Kutin in jungen Jahren seine älteste Schwester und seine Mutter. Als sein Vater dann infolge der politischen Situation im Südtirol der Nachkriegszeit auch noch seinen Job als Rechtsanwalt verlor, baten zwei ältere Cousinen SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner, den damals bereits 12-Jährigen im ersten Kinderdorf der Welt in Imst aufzunehmen. Später wechselte Kutin ins SOS-Jugendhaus in Innsbruck. 1932 maturierte er und studierte danach an der Uni Innsbruck Volkswirtschaft.

Kutin im Zeitzeugengespräch

1967 dann der große Wendepunkt im Leben des jungen Mannes: Hermann Gmeiner schickte den erst 26-jährigen Kutin mitten im Vietnamkrieg nach Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt), um dort das erste vietnamesische SOS-Kinderdorf aufzubauen. Im TT-Interview 2017 erinnerte er sich an diese Zeit: „Irgendwie hat mich die Begeisterung Gmeiners mitgetragen, das jetzt zu machen. Kinder gab es genug, und sie hatten einen großen Einfluss auf mich, weil sie unglaublich an mir gehangen sind. Ich bin damals hingegangen und habe getan, was mir am Herzen lag – so schnell wie möglich dieses Dorf aufzubauen und Mütter zu finden. Das war überhaupt das Schwierigste.“

Zehn Jahre blieb Kutin in Vietnam. Er baute in dieser Zeit von Saigon und später von Bangkok in Thailand aus 50 weitere Kinderdörfer sowie ebenso viele zusätzliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Krankenstationen in allen Teilen Asiens. Hermann Gmeiner selbst ernannte Kutin, der am Montag seinen 80. Geburtstag feiert, 1985 zu seinem Nachfolger als Präsident von SOS-Kinderdorf International. 1986, nach dem Tod Gmeiners, übernahm er dieses Amt und übergab es erst 2012 an Siddhartha Kaul.

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Über sein Leben im Dienste der SOS-Kinderdorf-Idee spricht Helmut Kutin am Dienstag, 5. Oktober, um 19 Uhr mit Starautor Bernhard Aichner. Das Interview im Rahmen der Serie „Zeitzeugen im Gespräch“ von Land Tirol, ORF Tirol und Tiroler Tageszeitung findet im Haus der Musik in Innsbruck statt. Gratis-Eintrittskarten gibt es im Haus der Musik, Kassa & Abholservice, oder unter www.haus-der-musik-innsbruck.at. Einlass nur mit 3-G-Nachweis.


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