Bestseller-Autor Anders Indset: „Wir brauchen mehr zerstörerische Kreation“

Der norwegische Bestseller-Autor und Wirtschaftsphilosoph Anders Indset sprach im „Tirol-Live-Studio“ am Mittwoch über den post-pandemischen Umbruch.

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TT-Redakteurin Anita Heubacher im Gespräch mit Wirtschaftsphilosoph Anders Indset.
© Foto TT/Rudy De Moor

Innsbruck – „Die Wirtschaft braucht Philosophie“, braucht Utopie, braucht Chaos und nicht zuletzt „zerstörerische Kreation“, sagt Bestseller-Autor Anders Indset. Der Norweger der, wie er selbst sagt, früher einmal „Hardcore-Kapitalist“ war und heute Wirtschaftsphilosoph ist, befindet sich dieser Tage auf Einladung des Adlerforums in Tirol. Dort wird er vor Unternehmern sprechen – zuvor aber war er zu Gast bei TT-Redakteurin Anita Heubacher im „Tirol-Live-Studio“, wo er über seine Vorstellungen von einer „enkelfähigen Zukunft“ sprach.

📽️ Video | Anders Inset in „Tirol Live“

Denn eines scheint für Indset klar: So wie es ist, kann es nicht bleiben. „Wir müssen uns trauen, ins Chaos einzutauchen“, sagte der Philosoph. Gemeint sei damit aber keineswegs etwas Negatives, vielmehr sei es die „zerstörerische Kreativität“, die die Welt zu einem besseren Ort machen könne. Es müsse jetzt investiert werden, um den Wohlstand für die nächsten Generationen zu erhalten, sagt Indset. Die Politik alleine könne die Veränderung aber nicht herbeiführen, „dort wird in kurzen Zyklen, nicht in Dekaden, gedacht“. Veränderung aber brauche Zeit – der Druck müsse aus der Wirtschaft kommen.

Ruf nach „radikaler Veränderung des Bildungssystems"

„Wir brauchen bessere Produkte und neue Anreize“, ist er sicher. Als Beispiel nennt der deutschsprachige Norweger den Ansatz Elon Musks. „Der baut coole Autos, zufällig sind die auch elektrisch.“ Nachhaltigkeit nur als Teil des Produkts, neue Anreize, die im Vordergrund stehen – das sei der Weg nach vorne. „Und das setzt Unternehmertum voraus“, fährt Indset fort.

Damit der Mensch aber bis dahin nicht zum „Durchlauferhitzer der Technologie wird, bei dem zwar die Lichter brennen, aber niemand zu Hause ist“, brauche es aber eine radikale Veränderung des Bildungssystems. Der Mensch, er müsse wieder lernen zu lernen – und in weiterer Folge zu lehren. Wie sich Indset das vorstellt und warum er glaubt, dass es bald parteiunabhängige Politik geben wird, ist oben im Video nachzusehen oder auch als Podcast nachzuhören. (TT)

🎧 Podcast | „Tirol Live“ zum Nachhören


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