TVB Paznaun-Ischgl trennte sich von Geschäftsführer Andreas Steibl

Lang war es nur ein Gerücht: Nun hat sich der TVB-Paznaun-Ischgl von Langzeitgeschäftsführer Andreas Steibl getrennt. Nicht einvernehmlich.

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Andreas Steibl.
© Bildagentur Muehlanger

Von Matthias Reichle

Ischgl – Seine langen blonden Haare sind sein Markenzeichen. Seit 2003 war Andreas Steibl das Gesicht des Tourismusverbandes Paznaun-Ischgl nach auße­n – immer einen flotten Spruch auf den Lippen. In Ischgl schüttelten gestern viele den Kopf und sprachen vom strategisch schlechtesten Zeitpunkt überhaupt. Der TVB hat sich knapp zwei Monate vor der Winter­saison – der wohl wichtigsten in der Ischgle­r Geschichte – von Steibl getrennt.

Die Gerüchteküche in Ischg­l brodelte seit Wochen. Die Rede war von Querelen im Verband, die Anlass zu wilden Spekulationen über Zwangsbeurlaubungen und Kündigungen gaben. Der Beschluss sei im sechsköpfigen Vorstand des Verbands gefallen – es sei eine „mehrheitliche Entscheidung“ gewesen, betont TVB-Obmann Alexander von der Thannen. Steibl habe eine einvernehmliche Auf­lösung seines Dienstvertrages abgelehnt, erklärte er gestern. Daraufhin habe man die Zusammenarbeit beendet.

Über die Gründe rätselten gestern viele. Von einem seit Jahren schwierigen Verhältnis zwischen Steibl und von der Thannen ist die Rede.

Steibl war bei der Wahl des TVB-Obmanns gegen ihn in den Ring gestiegen, hatte später aber zurückgezogen. Von der Thannen wollte gestern aber nichts von einer Antipathie wissen. „Ich habe Andreas als loyalen und tollen Mitarbeiter kennen gelernt“, betont er gestern. Er sei „engagiert“ und „er lebt Ischgl“, sagte der TVB-Obmann. Wie das mit der Trennung zusammenpasst? „Es sind interne Gründe, die wir nicht nach außen kommunizieren.“

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Der ehemalige Geschäftsführer ist bereits nicht mehr im Büro, er wird aber bis kommenden Mai seinen Urlaub konsumieren, heißt es. Steibl war gestern telefonisch nicht erreichbar. Er war seit 18 Jahren im Verband und hat die Tourismushochburg über Jahre geprägt und erfolgreich gemacht. In einem Newsletter an die Vermieter bedankte sich der TVB bei Steibl für sein­e Arbeit und wünschte „alles Gute für die Zukunft“.

Seine Stelle wird nun „im Sinne der Ressourceneffizienz und schlanken Verwaltung“ nicht mehr ausgeschrieben. Stattdessen wird nun der zweite Geschäftsführer Dietmar Walser die Agenden allein leiten – „zumindest bis Mai 2022“. Denn auch sein Verbleib im TVB war bis zuletzt nicht ganz klar. „Dietmar hat vor Längerem kundgetan, dass er sich um­orientieren will. Er hat uns um eine einvernehmliche Auflösung seines Dienstverhältnisses gebeten“, so von der Thannen. Das war aber nicht akzeptiert worden. Er werde nun auf jeden Fall bis Mai 2022 weiterarbeiten. „Darüber hinaus finden Gespräche über eine wahrscheinliche Verlängerung statt.“ Walser bestätigte das gestern, wollte alles Weiter­e aber nicht kommentieren. Er wolle sich auf die extrem wichtige Wintersaison konzentrieren. Im Team sei man gut aufgestellt und vorbereitet.

Für die Kommunikation nach außen, eine Aufgabe, die bisher Steibl übernommen hatte, hat der TVB inzwischen den Posten eines Marketingdirektors ausgeschrieben, der dem Geschäftsführer aber unterstellt sein wird. Die Stell­e soll möglichst schnell besetzt werden. „Es gibt bereits einige Top-Bewerbungen“, so von der Thannen.


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