Feilschen um Zentrum im Unterland für den Tiroler Schwimmsport

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Bezirks Kufstein müssen eine Grundsatzentscheidung über eine Schwimmhalle treffen.

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Das nasse Freizeitvergnügen soll auch im Winter weiterhin im Bezirk Kufstein ausreichend möglich sein. Symbolfoto: iStock/Bicho_raro

Von Wolfgang Otter

Langkampfen, Kufstein – Der eine oder andere Sportverein hat bereits aufgegeben und der Schulschwimmunterricht ist ohnedies nur noch schwer durchführbar. Kurz zusammengefasst: Es fehlt im Bezirk Kufstein an öffentlicher Wasserfläche, nicht nur seit die Stadt Wörgl das Wave zugesperrt hat. Bereits zuvor war sie äußerst knapp bemessen. Jetzt ist sie aber echte Mangelware.

„Es steht im Unterland die Frage im Raum, wie der Notstand an Wasserfläche aufzufüllen wäre“, sagt Andreas Ehrenstrasser, Bürgermeister von Langkampfen, im Interview mit TT-Redakteurin Jasmine Hrdina auf „Tirol Live“. Während nämlich am Standort des Wave bald die Abbruchbagger auffahren und an die wirtschaftliche Verwertung gedacht wird, zimmert der Langkampfner Ortschef an einem Schwimm-Leistungszentrum, die TT berichtete. Im Auftrag des Landes, wie er betont.

📽️ Video | Andreas Ehrenstrasser in „Tirol Live“

Alleine kann aber selbst die finanzstarke Industriegemeinde Langkampfen das Projekt nicht stemmen, selbst bei Förderungen. Daher ist Regionalität angesagt. „Langkampfen alleine steht als Betreiber oder Errichter nicht zur Diskussion“, betont Ehrenstrasser und will so Diskussionen darüber im Gemeinderat vorbauen.

Daher braucht der Langkampfner Bürgermeister die Gemeinden des Bezirks bzw. des Unterlandes. Zumindest das Söllandl dürfte er bereits abhaken können. Dort schmiedet der Ellmauer Bürgermeister Klaus Manzl an einem Bündnis der Gemeinden für sein Kaiserbad. Er hat gegenüber der TT bereits gemeint, dass ein Schwimmzentrum Sache der Ortschaften zwischen Wörgl und Kufstein sei.

Zumindest der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel steht Ehrenstrasser zur Seite. Für den Stadtchef geht es um eine „Jahrhundertchance“, die versäumt würde, da sich die Kosten für ein Schwimmzentrum Bund, Land und Gemeinden sowie TVB teilen würden. „Aber es müssen schon viele Gemeinden sein, die mitmachen“, sagt Krumschnabel, er hofft auf das Gespräch der Bürgermeister kommende Woche. „Die Chance gibt es nur einmal“, warnt er. Sollte ein anderer Standort den Zuschlag für ein Leistungszentrum bekommen, „dann ist die Förderung weg“. Aber es dürfte nicht nur der Leistungssport, sondern auch „Kinder, Familien und Senioren einen Platz haben“. Auch für Ehrenstrasser gebe es die „kleine Weisheit, was einer nicht schafft, schaffen viele“.

Es geht bei der Sitzung weniger um das Ob, sondern mehr um das Wie und Wann und das Wo.
Andreas Ehrenstrasser (Bürgermeister)

Die Aufgabe bei der Sitzung der Bürgermeister am Donnerstag wird eine „Grundsatzdebatte über den Bau sein. Ehrenstrasser rechnet angesichts des Fehlens der „öffentlichen Wasserflächen“ damit, dass es wohl weniger um die Frage ob, sondern um das Wie und Wann ginge. Aber das Wo stünde auch im Raum und da würde sich Langkampfen anbieten. „Es liegt zentral zwischen Kitzbühel und Schwaz“, betont Ehrenstrasser, der sogar schon an einem Verkehrskonzept arbeitet.

Was das Finanzielle anbelangt, diente Innsbruck als Vorbild, wo 35 Millionen Euro für ein Schwimmzentrum veranschlagt wurden. Dabei sind 15 Millionen Euro Förderung zugesagt worden. Für Ehrenstrasser geht es nicht nur um eine Schwimmhalle, sondern um etwas Größeres. Und die ersten Berechnungen zeigen, dass der Betrieb ohne Verlust möglich sei. Angewandt würde das Konzept von holländischen Bäderbauern, ein Mix aus Wellness und Sport.

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