Feuer im Paradies: Mehrere Verletzte bei Großbrand vor Honduras

4000 Menschen sind von dem Brand direkt betroffen, Dutzende Häuser werden zerstört. Die Hitze beeinträchtigt die Arbeiten der Einsatzkräfte. Nach stundenlangem Kampf gelingt es ihnen, das Feuer zu löschen. Rund 500 000 Liter Wasser sind dafür notwendig.

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Beim Großbrand auf der Insel Guanaja vor Honduras wurden Dutzende Häuser zerstört.
© LESTER CARIAS

Tegucigalpa – Bei einem Großbrand auf der Insel Guanaja vor Honduras sind am Wochenende mehrere Menschen verletzt und Dutzende Häuser zerstört worden. Mindestens zwei Personen hätten Verbrennungen, andere Rauchvergiftungen erlitten, berichteten honduranische Medien. Insgesamt stieg die Zahl direkt betroffener Menschen von 2500 auf 4000, wie die Zeitung El Heraldo unter Berufung auf den Zivilschutz Copeco berichtete.

„Wir haben alles verloren", sagte eine Frau in einem Video bei Copeco auf Twitter. „Zum Glück sind wir am Leben, das ist das Wichtigste." Es sei noch nicht möglich, die genauen Schäden zu beurteilen, zitierte El Heraldo Copeco-Leiter Max Gonzales. „Als die Evakuierungsteams versuchten, Gebäude zu betreten, war es noch heiß und selbst ihre Stiefel schmolzen." Stundenlang hatten die Einsatzkräfte laut Oberst Julio Ugarte von der honduranischen Luftwaffe gekämpft, um den am Samstag aufgeflammten Brand zu löschen. Dabei seien rund 500.000 Liter Wasser verbraucht worden.

„Im Moment brauchen wir Hilfe bei allem"

Am Sonntag sollten die Arbeiten fortgesetzt werden und weitere humanitäre Hilfe ankommen. „Im Moment brauchen wir Hilfe bei allem: Lebensmittel, Kleidung, Wasser und Sauerstoffflaschen", zitierte die Zeitung La Prensa Vizebürgermeisterin Mireya Guillén, die das Ausbreiten des Feuers beschrieben hatte: „Es hat bereits die Hälfte von El Cayo erfasst, wir können es nicht aufhalten, es ist unkontrollierbar."

Guanaja liegt rund 70 Kilometer vor dem mittelamerikanischen Land in der Karibik. Zu Guanaja gehören mehrere kleine vorgelagerte Inseln – eine davon ist El Cayo. Dort leben die meisten der rund 5000 Einwohner; es gibt dort ein Gesundheitszentrum, die Stadtverwaltung, Gesc. Bewohner flüchteten laut der Zeitung El Heraldo in Booten. Hunderte wurden den Behörden zufolge auf dem Luft- und Seeweg in Sicherheit gebracht.

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Eine Feuerwehr gibt es auf dem paradiesischen El Cayo, das wegen seiner Wasserwege als das „Venedig Honduras'" gilt, nicht, weshalb Unterstützung von der Nachbarinsel Roatán angefordert wurde. Auch Mitglieder der Marine und der Luftwaffe von Honduras beteiligten sich an der Rettung und Unterstützung der Bevölkerung, wie es in einem Tweet der Luftwaffe hieß.

Die Ursache des Brandes, der in den frühen Morgenstunden begonnen hatte und von dem in sozialen Medien dramatische Bilder zu sehen waren, war zunächst unklar. Nach der Eindämmung des Feuers soll eine Untersuchung folgen. (APA/dpa)


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