Explosion vor Moschee in Kabul: Tote und Verletzte

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Bei der Explosion wurden mehrere Menschen verletzt und getötet.
© HOSHANG HASHIMI

Kabul – Bei einer Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul während der Beerdigung der Mutter eines hochrangigen Taliban-Funktionärs hat es am Sonntag mehrere Tote und Verletzte gegeben. Wie die militant-islamistischen Taliban mitteilten, ereignete sich die Detonation vor dem Tor einer großen Moschee. Zu dem mutmaßlichen Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Eingangs der Eid-Gah-Moschee in Kabul, wie Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid am Sonntag auf Twitter mitteilte. In der Moschee fand am Sonntagnachmittag eine Gebetszeremonie für Mujahids Mutter statt, die in der vergangenen Woche verstorben war.

Mindestens vier Menschen wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wie die Organisation NGO Emergency mitteilte. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte, dass ersten Informationen zufolge zwei Zivilisten getötet und drei verletzt worden seien.

Ziel des Anschlags sei eine Ansammlung von Menschen gewesen, so Mujahid weiter. Berichten zufolge sollen mehrere führende Mitglieder der Islamisten an der Trauerfeier teilgenommen haben. Für den Anschlag erklärte sich zunächst niemand verantwortlich. Es war die erste Bombenexplosion in Kabul, die eine Veranstaltung hochrangiger Taliban zum Ziel hatte. Am 26. August waren bei einem Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul mindestens 72 Menschen getötet und mehr als 150 Menschen verletzt worden. Zu diesem Angriff bekannte sich der mit den regierenden Taliban verfeindete Afghanistan-Ableger der Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS).

Die militant-islamistischen Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen NATO-Truppen, allen voran des US-Militärs, weite Teile des Landes zügig erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt ein und regieren seitdem. Der bisherige Präsident Ashraf Ghani war zuvor außer Landes geflohen. Die Taliban hatten bereits von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile des Landes beherrscht. (APA/dpa/AFP)


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