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Club of Rome-Präsidentin im Gespräch: Das Gespür für Verwundbarkeit

Die Pandemie hat gezeigt, was wichtig ist und wie rasch wir uns ändern können, sagt Dixson-Declève, Präsidentin des Club of Rome. Sie will diese Erkenntnis für den Kampf gegen den Klimawandel nützen.

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Symbolbild.
© imago

Innsbruck – Die internationale Klimapolitik ist in eine entscheidende Phase getreten. Der Bericht des Weltklimarats IPCC vor zwei Monaten hat aufgezeigt, dass es rascher wärmer wird als bisher angenommen. Bei der Klimakonferenz im November in Glasgow geht es nun um konkrete Verpflichtungen der Staaten. Doch angesichts der Pandemie und der internationalen Verwerfungen sind die Erwartungen gedämpft. Was für die Welt auf dem Spiel steht, besprach die TT mit Sandrine Dixson-Declève, Präsidentin des Club of Rome.

Der Club of Rome hat einen planetaren Notstand ausgerufen. Sie haben dafür die Analogie von Flugpassagieren benützt ...

Sandrine Dixson-Declève: Wir sind in einer katastrophalen Situation. Wenn ihnen der Pilot sagt, dass die Maschine mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit abstürzen wird, würde niemand mit diesem Flugzeug fliegen. Wir sitzen auf einem Planeten, der uns durch wissenschaftlich dokumentierte Signale anzeigt, dass er sich auf einem Kollisionskurs befindet. Dennoch ergreift die Menschheit nicht die notwendigen Maßnahmen.

Wie würde ein Absturz in diesem Fall aussehen?

Dixson-Declève: Wir befinden uns bereits in ernsten Turbulenzen. Hochwasser, Feuer, Stürme treffen nun alle, nicht allein die Verwundbarsten. Wir wissen, dass die Veränderungen beim Wetter mit dem Klimawandel zu tun haben. Es gibt wissenschaftliche Belege dafür, dass wir uns an einem Wendepunkt befinden.


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