„Impfung macht nicht unfruchtbar“: Tiroler Mediziner gegen Impfmythen

Namhafte Mediziner der Uni Innsbruck stehen an der Spitze einer Landeskampagne gegen Impfmythen.

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„Impfen wirkt und schützt vor schweren Erkrankungen", sagt der Top-Mediziner Günter Weiss. Er unterstützt die Aufklärungskampagne.
© Böhm

Innsbruck – Für Tirols Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP) gibt es an der Wirksamkeit der Corona-Schutzimpfung nichts zu rütteln. „Wissenschaftlich fundierte Fakten und nicht Mythen und Märchen sollen deshalb die Entscheidungsgrundlage für unsere Bevölkerung sein, wenn es um die Frage geht, ob man sich impfen lassen soll. Genau da setzen wir mit dieser Kampagne an und bereiten mit Fachexpertinnen und Fachexperten der Medizinischen Universität Innsbruck diese Fakten auf.“ Eines wird laut Leja dabei einmal mehr ganz deutlich: Impfen sei aktuell das beste Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Ab 9. Oktober startet das Land seine Informationsoffensive, auf Social Media, in Inseraten oder Kurzfilmen werden die anerkannten Mediziner die gängigsten und hartnäckigsten Impfmythen widerlegen. Unter ihnen der Direktor der Inneren Medizin Günter Weiss, die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde Daniela Karall, der Facharzt am Institut für Hygiene und medizinische Mikrobiologie Reinhard Würzner sowie die Direktorin der Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin Bettina Toth. „Die Corona-Impfung macht nicht unfruchtbar“, versucht Toth Frauen Ängste zu nehmen. Aktuelle Studien würden keine negativen Einflüsse einer Covid-Impfung auf die Fruchtbarkeit zeigen. „Jedoch, dass der Krankheitsverlauf bei schwangeren Frauen schwerer sein kann als bei nichtschwangeren. Ich empfehle Paaren dringend, sich impfen zu lassen.“

Würzner wiederum tritt Behauptungen, wonach die Impfung die DNA, also das Erbgut der Menschen, verändere, entschieden entgegen. „Das ist völlig falsch. Mit der menschlichen DNA kommt der Impfstoff überhaupt nicht in Kontakt. Weder der Impfstoff noch das Coronavirus können in DNA umgewandelt werden. Die menschliche DNA bleibt völlig unangetastet.“

Für breite Diskussionen sorgen derzeit die so genannten Impfdurchbrüche, bei denen sich doppelt Geimpfte infizieren und Symptome entwickeln. Dazu Günter Weiss: „Die Covid-Impfung wirkt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien, aber auch unsere klinischen Erfahrungen zeigen, dass die Impfung sehr gut vor Infektionen und insbesondere vor schweren Erkrankungen und damit einer notwendigen Behandlung im Krankenhaus schützt.“

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Schlussendlich ist für Landesrätin Leja „Aufklärung der Schlüssel zur Impfung“. Mit der Kampagne soll die stagnierende Impfbereitschaft überwunden und sollen die Unentschlossenen überzeugt werden. (pn)


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