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Werner Schuster: „Es ist eine dankbare Aufgabe, junge Leute zu fördern“

Werner Schuster hat über weit mehr als eine sehr erfolgreiche Zeit als deutscher Skisprung-Cheftrainer zu erzählen. Zurück im Skigymnasium Stams bleibt er seinen Glaubensgrundsätzen treu.

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Der Bergisel lässt Werner Schuster auch nach heißen Tournee-Tagen nicht los. Als Nachwuchstrainer in Stams fällt der Blick zur Stunde entspannt aus.

Herr Schuster, Sie haben gerade beim Tiroler Tag der Sportpsychologie (Haupttitel: „Lebensereignisse und deren Auswirkungen auf den eigenen Karriereverlauf im Spitzensport“) referiert. Was geht Ihnen da spontan durch den Kopf?

Werner Schuster: Dass man sowohl als Sportler als auch als Trainer an viele Knotenpunkte und Kreuzungen gelangt. Es kann sein, dass sich eine Zeit lang gar nichts tut und dann wird es plötzlich essentiell, ob man nach links oder rechts abbiegt. Es ist nicht leicht, in diesen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren. Als Trainer hat man auch Schlüsselerlebnisse mit seinen Athleten und es kann, vor allem in kritischen Situationen, ganz eng sein, in welche Richtung sich das Vertrauensverhältnis entwickelt – ob dir der Athlet dann quasi aus der Hand frisst oder sich von dir womöglich entfremdet.

Sie hatten über ein Jahrzehnt (2008–2019) eine höchst erfolgreiche Zeit als deutscher Skisprung-Cheftrainer. Was war Ihr Erfolgsrezept, um alle an Bord zu halten?

Schuster: Erfolg ist für mich Leidenschaft und Authentizität, möglichst konsequent das „Einfache“ richtig machen und ständiges Hinterfragen. Abkürzungen gibt es am Weg zum Erfolg keine. Was die Zusammenarbeit mit meinen Athleten betrifft, habe ich mich aufgrund meiner Ausbildung immer als sehr ganzheitlichen Trainer gesehen, der versucht hat, alle Facetten zu leben und die Athleten wertschätzend in ihrer gesamten Persönlichkeit sehr ernst zunehmen Natürlich musste ich nach meinem Wechsel nach Deutschland auch Fachkompetenz beweisen (schmunzelt).

Als Cheftrainer der Deutschen Skisprung-Nationalmannschaft hatte Werner Schuster einen besonderen Draht zu seinen Athleten (im Bild mit Markus Eisenbichler).
© imago

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