„Verdienen mit Klimaschutz“: Schramböck in Warschau

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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP).
© Pfarrhofer/APA

Warschau – Gestern machte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in der polnischen Hauptstadt Warschau Station. Gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm sie an einem Treffen österreichischer und polnischer Wirtschaftstreibender teil. Der Schwerpunkt: grüne Wirtschaft.

Schramböck setzt große Hoffnungen in den polnischen Markt. Das Land ist glimpflicher als viele andere durch die Pandemie gekommen. Jetzt wächst die Wirtschaft stark.

Unter den österreichischen Exportmärkten ist Polen die Nummer sechs. Das Handelsvolumen ist größer als das mit Russland, der Türkei und der Ukraine zusammen. Die österreichischen Direktinvestitionen in Polen beziffert die Ministerin mit sechs Mrd. Euro. 600 österreichische Unternehmen sind in Polen tätig oder betreiben hier Niederlassungen. Sie beschäftigen knapp 50.000 Personen. Darunter sind Größen wie Porsche Austria, die Strabag oder aus Tirol die Egger-Gruppe.

In die Gegenrichtung sind die Beziehungen ausbaufähig: Polnische Unternehmen haben bisher um 15 Millionen Euro in Österreich investiert. Dafür arbeiten rund 50.000 Menschen aus Südpolen als Pendler in Österreich.

„Wir wollen mit Klimaschutz Geld verdienen“, gibt Schramböck die Richtung vor. „Mit dem Europäischen Recovery Fund wird viel Geld ausgegeben. Wir wollen unseren Unternehmen die Möglichkeit geben, davon zu profitieren.“ Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit habe Polen auch Nachholbedarf. Schramböck verweist auf einen Nachhaltigkeitsindex des Weltwirtschaftsforums: Österreich steht dort auf Rang sechs. Polen liegt auf Platz 69.

Schramböck ist in den nächsten Tagen und Wochen unterwegs: Heute ist sie in Paris, es folgen Rom und Mailand. In Italien will sie versuchen, Investoren im Bereich Mikroelektronik nach Österreich zu locken. (sabl)


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