Tierquälerei: Tiroler Bauern wegen Kupieren von Schafen streng bestraft

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Tierquälerei: Trotz Verbotes hatten zwei Tiroler Nebenerwerbsbauern die Schwänze ihrer Schafe über Jahre selbst kupiert. (Symbolbild)
© Triendl

Die öffentliche Wahrnehmung zur Tierquälerei hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Was früher teils als normal gesehen wurde, landet so vor dem Strafgericht. Wie der Fall zweier Tiroler Nebenerwerbsbauern. Über acht Jahre sollen sie ihren Schafen die Schwänze kupiert (abgetrennt) haben, ohne dafür wie vorgeschrieben einen Fachmann konsultiert zu haben. Das für die Schafe an sich sinnvolle Kupieren erfolgte durch mittels Kupierzange angebrachte Kupierringe. Diese unterbrechen bei den neugeborenen Lämmern den Blutkreislauf und bewirken, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen die Schwänze abfallen. Ein völlig unnötiges Zufügen von Qualen für Staatsanwalt Johann Frischmann, der schon allein wegen des langen Zeitraums ein generalpräventives Zeichen forderte. Die beiden Angeklagten zeigten sich zum Tatvorwurf geständig, betonten aber, dass sie „leidenschaftliche Tierliebhaber“ seien: „Das war ein Blödsinn. Wir wollten nie, dass die Schafln Schmerzen haben, aber gewisse Sachen sind bei der Tierhaltung halt mit Schmerzen verbunden. Impfungen gegen Räude und Würmer sind mit starken Schmerzen verbunden, müssen aber doch sein.“ Das Kupieren aber eben nicht. Strafen über 4800 und 6000 Euro nahmen beide Angeklagte sofort an.

Drogen und Alkohol haben den Lebensweg einer 58-jährigen Unterländerin gehörig aus der Spur gebracht. Zehn Vorstrafen hat sie in teils beeinträchtigtem Zustand schon kassiert. Gestern kam es dann erneut zum Prozess am Landesgericht – und zum Antrag auf Unterbringung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher. Diesmal hatte die Frau im Kufsteiner Krankenhaus einen Rezeptstempel und Blankoformulare gestohlen. Nicht weniger als 82 solcher selbst gefälschter Rezepte hatte sie dann zur Ausfolgung von in der Suchtszene begehrten Medikamenten vorgelegt. Dazu zeigte sich die Angeklagte vor Gericht geständig. An andere Vorfälle konnte sie sich jedoch vor Gericht teils nur noch dunkel erinnern. Beispielsweise an ihre versuchte, aber nicht gewaltfreie Flucht aus der stationären Therapie. Oder einen Betonplattenwurf gegen eine Terrassentüre, hinter der sie einen Suchtmittellieferanten vermutete – getroffen wurde die Türe der geschockten Nachbarin. Ein Polizist wollte dies aufklären und bekam eine Ohrfeige. Bei einem Strafrahmen von bis zu viereinhalb Jahren Haft (Strafschärfung) ergingen 15 Monate Haft im Zuge einer Anstaltseinweisung. Ein einst bedingter Monat und 24 Tage Haft wurden ebenso widerrufen. (fell)

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