Spanien beendete mit 2:1 in Mailand Italiens Weltrekordserie

Die Iberer ziehen nach dem Sieg gegen den Europameister Italien in das Nations Leage Finale ein. Ferran Torres traf doppelt, Pellegrini für die Italiener, die ab Minute 42 zu zehnt spielten.

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Ferran Torres (r.) knallte die Italiener im Alleingang ab.
© Fabrizio Carabelli via www.imago-images.de

Mailand – Spanien hat Italiens Weltrekord-Serie beendet und ist ins Finale der Nations League vorgestoßen. Der Europameister musste sich am Mittwoch in Mailand gegen die Iberer mit 1:2 (0:2) geschlagen geben und ging nach 37 Spielen ohne Niederlage wieder als Verlierer vom Spielfeld. Ferran Torres (17., 45.+2) schoss beide Tore für die Spanier, Lorenzo Pellegrini (83.) konnte nur noch verkürzen. Italien agierte nach Gelb-Rot für Leonardo Bonucci (42.) mehr als eine Halbzeit zu zehnt.

Im Finale gegen Frankreich oder Belgien

Die "Roja" von Teamchef Luis Enrique bekommt es im Finale am Sonntag (20.45 Uhr) in Mailand mit dem Sieger aus Belgien gegen Weltmeister Frankreich zu tun. Das zweite Halbfinale findet am Donnerstag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Turin statt. Ausgespielt wird auch Platz drei. Der Sieger beerbt Portugal, Cristiano Ronaldo und Co. hatten sich in der ersten Auflage der Nations League 2019 im Endspiel gegen die Niederlande durchgesetzt.

Roberto Mancinis Elf wurde von Spanien in der Neuauflage des EM-Halbfinales verdientermaßen entzaubert. Die Gäste zogen wie gewohnt ihr Ballbesitzspiel auf, suchten aber auch vehement den Abschluss. Teil der iberischen Passmaschinerie war Gavi. Der Mittelfeldspieler vom FC Barcelona avancierte mit 17 Jahren und 62 Tagen zum jüngsten Spieler, der jemals das spanische Teamtrikot getragen hat.

Weit weniger erfreulich gestaltete sich der Abend für Gianluigi Donnarumma. Italiens Torhüter wurde vom Publikum, das ihm seinen ablösefreien Abgang von Milan zu Paris Saint-Germain nach wie vor übel nimmt, bei jeder Aktion gnadenlos ausgepfiffen. Kapitän Giorgio Chiellini saß bei den Hausherren nur auf der Bank, Italien begann schwungvoll: Der formstarke Federico Chiesa zwang Unai Simon im spanischen Tor in der 5. Minute zu einer ersten Parade.

Ferran Torres im Alleingang, Bonucci sah Gelb-Rot

Hüben wie drüben fehlten die echten Torjäger. In Abwesenheit von Ciro Immobile oder Alvaro Morata stand in keinem der beiden Kader ein Akteur, der mehr als zehn Teamtore erzielt hatte. Spaniens Topscorer wusste jedoch zu gefallen: Ferran Torres bescherte seinem Team im Alleingang eine Zwei-Tore-Führung. Der 21-jährige Offensivmann von Manchester City verwertete zunächst eine perfekte Hereingabe von Mikel Oyarzabal volley, beim 2:0 per Kopf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war der Sturmpartner erneut Vorbereiter.

Bonucci sah in der 42. Minute Gelb-Rot.
© FRANCK FIFE/AFP

Italien agierte da schon zu zehnt. Bonucci sah Gelb-Rot, nachdem er Sergio Busquets im Luftduell mit dem Ellenbogen erwischt hatte. Juventus-Abwehrroutinier wurde vom russischen Referee Sergej Karasew zuvor schon wegen Kritik verwarnt. Der Ausschluss bremste auch die Bemühungen der Italiener ein, die zuvor knapp am Ausgleich vorbeigeschrammt waren. Simon wehrte einen Schuss von Federico Bernardeschi an die Stange ab (34.), Lorenzo Insigne schoss eine Minute später aus hervorragender Position am Gehäuse vorbei.

Mancini brachte Chiellini nach Seitenwechsel, um die Abwehr zu stabilisieren. Torres ging angeschlagen kurz darauf vom Feld, mit Yeremi Pino (18) von Villarreal kam ein weiterer Jungstar. In Gefahr kamen die wie gewohnt ungemein ballsicher agierenden Spanier nicht wirklich. Chiesa traf nach einer Stunde die Außenstange, stand bei seiner Aktion aber im Abseits. Auf der anderen Seite verpassten Oyarzabal per Kopf (63.) und Marcos Alonso (78.) gute Möglichkeiten auf das 3:0.

Dass es noch einmal spannend wurde, war einem spanischen Fauxpas zu verdanken. Nach einem Eckball der Iberer profitierte Chiesa von einer schlechten Ballrückgabe und legte auf den eingewechselten Pellegrini ab. Mehr war für Italien aber nicht mehr möglich. (APA)


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