Literaturnobelpreis wird verliehen: Vorglühen mit den Immergleichen

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Heute, 13 Uhr, gibt Mats Malm, ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, bekannt, wer den Literaturnobelpreis 2021 erhalten wird.
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Stockholm – Heute um 13 Uhr wird in Stockholm bekannt gegeben, wer den Literaturnobelpreis 2021 erhalten wird. Bis dahin darf spekuliert – und gegebenenfalls gewettet werden.

Auch das Vorglühen vor der Preisverkündung ist inzwischen zum Ritual geworden. Wettanbieter generieren Favoritenlisten, die Sachverständigen des Literaturbetriebs argumentieren dagegen an. Wirklich treffsicher sind meist weder Buchmacher noch professionelle Leser.

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Margaret Atwood.

Margaret Atwood.

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Anne Carson.

Anne Carson.

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Seit einer gefühlten Ewigkeit geistern dieselben Namen durch die Welt der Worte: Der Kenianer Ngugi wa Thiong’o gilt seit gut zwei Jahrzehnten als Kandidat für den Anruf aus Stockholm. Wettbüros präferieren den Japaner Haruki Murakami. Zuletzt wurden auch die Kanadierinnen Margaret Atwood und Anne Carson gern genannt. Vergleichsweise frisch auf der Liste sind Mircea Cartarescu und Annie Ernaux. Mancherorts wird – allerdings auf den hinteren Plätzen – auch Friederike Mayröcker geführt. Sie starb im Juni 2021.

Unter den bisher Ausgezeichneten sind Autorinnen unterrepräsentiert. In mehr als 100 Jahren Preis-Historie wurde 16 Frauen prämiert. Zuletzt im Vorjahr die US-Lyrikerin Louise Glück – die, auch das nur am Rande, davor auf keiner Wett- und Expertenliste stand. Schief ist die Historie auch aus anderer Perspektive: Seit 1901 ging der Preis nur 16-mal an Literatur außerhalb des europäisch-angloamerikanischen Kulturraums. Heuer gilt auch Maryse Condé aus Guadeloupe als Anwärterin auf die mit rund 980.000 Euro dotierte Auszeichnung. Den Blick an und über die Ränder der westlichen Welt soll künftig ein neues Experten-Gremium erleichtern, das das Nobelpreis-Komitee der Schwedischen Akademie berät. Ob die Reform schon heuer für Überraschungen sorgt – heute, 13 Uhr, weiß man mehr. (jole)

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