Bürgermeisterwahl in Pettneu noch im Herbst möglich

In Pettneu hat Vize Patrik Wolf zwei Optionen: Bürgermeisterwahl noch 2021 oder im Februar 2022. Die Eröffnung des Gemeindezentrums verzögert sich.

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Patrik Wolf, amtsführender Bürgermeister, am Gartenzaun: Zwischen Widum (l.) und Gemeindezentrum (r.) soll eine Parkanlage entstehen.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Pettneu am Arlberg – Im Juni hat Bürgermeister Manfred Matt seinen Rücktritt erklärt. Seither führt Vizebürgermeister Patrik Wolf die Amtsgeschäfte im 1500-Einwohner-Dorf. Als Vize und zugleich als Gemeindebediensteter hat er viel zu tun: Es geht um die Fertigstellung des Gemeindezentrums, wo der Zeitplan wegen Lieferproblemen aus den Fugen geraten ist.

„Wir haben die Bürgermeisterwahl bis jetzt geschoben. Vor allem aus Zeitgründen“, sagte der 43-Jährige am Freitag. Eine gemeinderatsinterne Wahl noch in diesem Herbst schließt er nicht aus. Andererseits könnte er amtsführender Bürgermeister bis zur Tiroler Gemeinderatswahl am 27. Februar 2022 bleiben. Seine Entscheidung hänge auch von der Zusammensetzung des Teams ab, mit dem er Verantwortung im Dorf übernehmen möchte. Ob er einen Gegenkandidaten haben werde, wisse er derzeit nicht. Im Dorf traten 2016 zwei Listen an – die „Allgemeine Liste Pettneu und Schnann“ errang elf Mandate, die Liste „Junges Pettneu“ zwei Mandate. Wolf ist Mitglied der Mehrheitsliste.

„Pettneu hat eine funktionierende Gemeindeführung. Daher sehen wir keinen akuten Handlungsbedarf“, bestätigte BH Markus Maaß am Freitag. Diesen gäbe es nur dann, wenn der Vizebürgermeister vor der Gemeinderatswahl zurücktreten würde.

Nach wie vor ist das Gemeindeamt von Pettneu in einem 120 Jahre alten Haus eingerichtet. Noch heuer im Jänner erwartete die Dorfführung, im Spätsommer oder Herbst ins neue Gemeindezentrum einziehen zu können. Inzwischen stellte sich heraus, dass sich die Fertigstellung des Fünf-Mio.-Euro-Projekts, das nach Plänen von Architekt Erich Strolz (Büro „unverblümt“) gebaut wird, um Monate verzögert. Lieferprobleme gebe es speziell bei Holz- und Glaselementen. „Zudem waren kaum Handwerksfirmen zu bekommen. Zum Beispiel haben wir bei 24 Tiroler Tischlereien angefragt, bevor ein Auftrag letztlich in die Steiermark ging“, schilderte Wolf. Er hoffe sehr, dass die Gemeindeamtsmitarbeiter noch heuer übersiedeln und ihre Jobs im Obergeschoß des modernen, barrierefreien Objekts aufnehmen können. Auch der Waldaufseher bekommt dort erstmals ein Büro. Die erste Veranstaltung im 200 Sitzplätze zählenden Gemeindesaal werde erst im Frühjahr 2022 möglich sein. „Wir können die Bevölkerung dann auch zu einer Gemeindeversammlung einladen, was uns bisher nicht möglich war“, freut sich Wolf.


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