Sputnik nicht anerkannt: „Ganze Welt wird zum Mitbewerber“

Die Sputnik-Impfung ist in Österreich nicht anerkannt. Das gefährde die Wintersaison, warnen Touristiker.

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Das russische Vakzin ist in Österreich nicht anerkannt, Touristikern bereitet das in Hinblick auf die kommende Saison große Sorgen.
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Von Anna Haselwanter

Innsbruck – „Es ist ja verrückt zu glauben, dass die Menschen alles mitmachen“, sagt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung – und meint: regelmäßige PCR-Tests trotz Impfung. Doch genau das wird von Menschen verlangt, die mit Sputnik geimpft sind. Das russische Vakzin ist in Österreich nicht anerkannt. Betroffene Gäste wie Mitarbeiter müssen also testen, bevor sie ins Restaurant oder Skifahren gehen. Reitterer befürchtet deshalb ein Ausweichen in Regionen, in denen diese Auflagen nicht gelten. „So wird die ganze Welt zum Mitbewerber.“

Denn in Asien oder Dubai werde kein Unterschied zwischen den Impfstoffen gemacht. Stehe eine Familie vor der Entscheidung Meer oder Piste, werde sie wohl heuer dahin reisen, wo sie keine zusätzlichen Auflagen erfüllen müsse, sagt Reitterer und fordert nun, „rasch ins Tun zu kommen“. Das will auch Mario Gerber, Tourismusobmann in der Tiroler Wirtschaftskammer. Die Regeln seien für ihn absolut „unverständlich“. Der Gast aus dem Osten „ist ein guter Gast“, sagt Gerber. Bleibt er aus, wäre das fatal. Er fordert deshalb, dass Antikörpernachweise akzeptiert werden. Und dass potenzielle Mitarbeiter, die mit Sputnik geimpft sind, einen dritten Stich mit einem in der EU anerkannten Vakzin erhalten sollen, „und dann sofort als geimpft gelten“. Überimpft gebe es laut Medizinern nicht, sagt Gerber. Unterbesetzt schon. „Denn viele Mitarbeiter kommen aus Osteuropa, wo vordergründig Sputnik verimpft wurde, fallen sie aus, wäre das dramatisch“, sagt Gerber.

Ein Problem, das man auch in der Nachtgastronomie kennt, wo „rund 40 Prozent der Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern kommen“, wie Sprecher Stefan Ratzenberger sagt. „Zudem gibt es keine Infrastruktur für PCR-Tests in den Bundesländern“, sagt Ratzenberger, „die müssten Gäste wie Mitarbeiter, die mit Sputnik geimpft sind, dann aber ständig machen.“ Gemeinsam mit Tourismusverbänden arbeiten die Nachtgastronomen nun an einer Ausrollung, denn auch sie hängen an dieser Wintersaison, in der nicht ganz klar sei, „wo Après-Ski aufhört und Bargeschäft beginnt“.

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