Klimabonus: Am wenigsten fließt nach Wien und Westösterreich

An der Spitze liegt das Burgenland mit 171 Euro pro Kopf Rückvergütung der CO2-Steuer. In Tirol gibt es im Schnitt 154 Euro pro Kopf, Schlusslicht ist Wien.

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Die durch die Statistik Austria im Auftrag der Regierung vorgenommene Zuteilung der vier Bonusstufen auf die Gemeinden bildet ausschließlich den Grad der Urbanisierung und die Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel in der jeweiligen Gemeinde ab.
© Böhm

Wien – Der Klimabonus wird – sollte er trotz Regierungskrise beschlossen werden – äußerst ungleich auf die Bundesländer verteilt. Wie Berechnungen der APA zeigen, werden die Burgenländerinnen und Burgenländer mit durchschnittlich 171 Euro pro Kopf am meisten erhalten. Dahinter liegt Kärnten mit 164 Euro. Am wenigsten Geld fließt an Wiener auch Westösterreicher. So erhalten die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger nur 133 Euro – ein Viertel weniger als die Burgenländer.

Ausgezahlt werden soll der Klimabonus ab 2022 und zwar in Höhe von – je nach Einstufung der Gemeinde – 100, 133, 167 oder 200 Euro pro Personen und Jahr. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen die Hälfte erhalten.

154 Euro pro Kopf in Tirol

Auf Basis der von der Statistik Austria erhobenen Bevölkerungszahlen hat die APA errechnet, wie viel Geld somit in die einzelnen Bundesländer fließen müsste. An der Spitze liegt das Burgenland mit 171 Euro pro Kopf, vor Kärnten mit 164 Euro pro Einwohner. Niederösterreich (158), Oberösterreich und die Steiermark (je 157 Euro) liegen knapp beisammen.

Vergleichsweise wenig Geld fließt in den Westen, wobei Tirol (154) und Salzburg (151) noch deutlich vor Vorarlberg liegen. Weil das Rheintal großteils in die zweitniedrigste Bonusstufe fällt, erhalten die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Durchschnitt nur 133 Euro pro Kopf. Am wenigsten Geld gibt es erwartungsgemäß für die Bundeshauptstadt, die als einzige Gemeinde flächendeckend in die niedrigste Bonusstufe fällt: 100 Euro für jeden Erwachsenen und 50 Euro für Kinder und Jugendliche ergeben im Durchschnitt 91 Euro pro Kopf.

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Für ganz Österreich liegt der Durchschnitt bei 142 Euro pro Kopf.

Die Regierung begründet die ungleiche Behandlung der Gemeinden damit, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in den Städten besser ausgebaut sind als am Land. Dementsprechend bildet die durch die Statistik Austria im Auftrag der Regierung vorgenommene Zuteilung der vier Bonusstufen auf die Gemeinden ausschließlich den Grad der Urbanisierung und die Qualität der öffentlichen Verkehrsmittel in der jeweiligen Gemeinde ab. Andere Unterschiede – etwa dass in großen Städten weniger Spielraum für klimafreundliches Heizen oder E-Autos besteht – werden dagegen keine nicht berücksichtigt. (APA)


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