Nach OÖ-Wahlen: Rote Erfolge, aber ÖVP bleibt Bürgermeister-Partei

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Linz – Die Bürgermeister-Stichwahlen am Wochenende der großen Regierungskrise und des Kanzlerrücktritts haben in Oberösterreich der SPÖ durchaus Erfolge gebracht. So ist es gelungen, einige Bezirkshauptstädte zu drehen. Inklusive des ersten Wahlgangs vor zwei Wochen bleibt aber die ÖVP die Bürgermeister-Partei schlechthin in Oberösterreich. Auch die FPÖ steigerte die Zahl ihrer Ortschefs.

Der erste Wahlgang hatte am 26. September zeitgleich mit der Landtagswahl stattgefunden. In 76 von 438 Orten schaffte kein Bewerber auf Anhieb mehr als 50 Prozent. In 72 dieser Gemeinden wurde daher am Sonntag eine Stichwahl abgehalten, vier folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Dort hat ein Bewerber vorzeitig das Handtuch geworfen und es muss mit "Ja" oder "Nein" noch über den jeweils verbleibenden Kandidaten abgestimmt werden. Von diesen ist je einer der ÖVP, der SPÖ, der FPÖ und einer Bürgerliste zuzuordnen. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl betrug 66,48 Prozent.

ÖVP mit meisten Bürgermeistern gefolgt von SPÖ und FPÖ

Beide Wahlgänge zusammengenommen hat die ÖVP 328 der 438 Bürgermeistersessel im Land errungen, die SPÖ 85, die FPÖ 14 und die Grünen einen. Sechs Ortschefs werden von Bürgerlisten gestellt. Allerdings fällt auf, dass die SPÖ in der Stichwahl – gemessen an ihrer Gesamtpräsenz – mehr Terrain wettmachen konnte als die ÖVP: Die Roten holten sich im Stechen zu ihren 54 noch 31 Bürgermeistersessel dazu, die Schwarzen zu den bisherigen 296 nochmals 32. Die FPÖ steigerte sich von acht auf 14 ebenfalls noch einmal deutlich, die Bürgerlisten von vier auf sechs.

Von der ÖVP wanderten insgesamt 16 Bürgermeistersessel zur SPÖ, im Gegenzug rangen die Schwarzen den Roten 19 Ortschefs ab. Einerseits waren bei den SPÖ-Verlusten einige schmerzliche – wie Mattighofen, Gosau, Traun oder Pasching – dabei, andererseits sind unter den von schwarz auf rot gedrehten Orten einige Bezirkshauptstädte: Eferding, Freistadt, Schärding und Vöcklabruck. Die FPÖ verlor je zwei Bürgermeister an die ÖVP und an Bürgerlisten und nahm sowohl der Volkspartei als auch der SPÖ jeweils drei ab.

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52 der oberösterreichischen Ortschefs haben keine Mehrheit im Gemeinderat, der Großteil davon sind rote Bürgermeister, die sich einem schwarzen Gemeindeparlament gegenübersehen. (APA)


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