Horizonte-Festwochen in Landeck: Von Philharmonikern mit Serenaden entführt

Karl-Heinz Schütz lud zu den Horizonte-Festwochen nach Landeck – und mehrere seiner Mit-Philharmoniker kamen.

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Karl-Heinz Schütz leitet das Festival Horizonte in Landeck.
© Hauser

Landeck – Es ist ein glücklicher Umstand, dass der künstlerische Leiter der Landecker Festwochen Horizonte, Karl-Heinz Schütz, als Soloflötist der Wiener Philharmoniker auch über glänzende Kontakte verfügt. Der bringt es mit sich, dass der Meisterflötist eines der Konzerte selbst bestreitet und das in einer Runde der allerbesten Musiker aus dem Kreis der Philharmoniker. Mit dem Konzertmeister Rainer Honeck war am Sonntagabend ein grandioser Geiger, mit Herbert Kefer (Viola) und Sebastian Bru (Violoncello) die jeweiligen Stimmführer des Orchesters zu hören.

Wie Rainer Honeck seine Stradivari „Chaconne“ aus dem Jahr 1725 durch Ludwig van Beethovens Serenade für Streichtrio in D-Dur Opus 8 tanzen ließ, war ein Ohrenschmaus der Extraklasse. Doch nicht nur Honeck schienen die verlockend eleganten, ungemein sinnlichen wie subtil spannungsvollen Züge des Werkes ins Blut übergegangen zu sein. Herbert Kefers und Sebastian Brus Herzen schlugen im Gleichklang. Mit Max Regers Serenade in G-Dur für Flöte, Violine und Viola Opus 141a hatte Schütz seinen ersten Auftritt. Mit geradezu magischer Empfindsamkeit zelebrierte Schütz die verschlungenen Melodien und geschmeidigen Harmoniefolgen, weich und wohltönend wie packend zugreifend, zu aller sprechender Beweglichkeit fähig.

Die bekanntesten Melodien aus W. A. Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ hat Joachim Wendt im Jahr 1748 quasi in ein „Best of“ für Flöte und Streichtrio gesetzt. Schütz „singt“ die Melodien mit einschmeichelnder Stimme, besticht durch die Gelassenheit, mit der er schwierigste Verzierungen realisiert. Wie seine makellose Technik besticht auch seine Tonkultur. Ungemein fokussiert und vibratoarm, ist die Klangfarbe ganz auf den Charakter eines Werkes gerichtet. So richtig lebendig wird diese Musik allerdings nur, wenn sich, wie in diesem Idealfall, aufeinander eingeschworene Musiker bedingungslos eines Werkes annehmen.

Das Klarinettentrio Faltenradio mit Harmonika um den Philharmoniker Matthias Schorn ist am 22. Oktober zu Gast in Landeck. (hau)

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