Bis zu 1,70 Euro pro Liter: Spritpreise steigen wieder

Wer Auto fährt, muss aktuell tief in die Tasche greifen. Das teure Rohöl auf dem Weltmarkt und die steigende Heizölnachfrage lassen Preise steigen.

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Der ÖAMTC stellt eine steigende Tendenz bei den Spritpreisen fest. Diesel stieg von August auf September um 2,2 Cent pro Liter.
© Rita Falk

Innsbruck, Wien – „Wenn der Ölpreis steigt, steigt auch der Preis an der Zapfsäule“, sagt Nikola Junick, ÖAMTC-Expertin. Nach einer kurzfristigen Entspannung bei Diesel von Juli auf August, legen die Preise seit September wieder zu. Am Montag musste der Konsument im Durchschnitt für einen Liter Diesel 1,351 Euro bezahlen. Super lag je Liter bei 1,377 Euro. An den teuersten Tankstellen, etwa an den Autobahnen, zahlt man bereits rund 1,7 Euro für den Liter Sprit. Durchschnittlich seien die Preise auf dem Niveau vom Jahr 2014, sagt Junick, kratzen aber noch nicht an den höchsten Durchschnittspreisen im Jahr 2012 (Diesel: 1,473/Liter, Benzin: 1,545/Liter).

Die Tendenz bleibt allerdings steigend: „Vereinzelt waren Diesel und Super beinahe gleich teuer“, sagt die ÖAMTC-Expertin. Zwar sei eine Prognose extrem schwierig, aber es „könnte schon sein, dass der Dieselpreis im Winter weiter steigt“. Die Treiber dafür seien teures Rohöl auf dem Weltmarkt und die saisonal steigende Heizölnachfrage.

Wie weit geht es mit den Preisen heuer noch nach oben? Das könne niemand seriös prognostizieren, heißt es vom ÖAMTC und dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Zu groß sei die Abhängigkeit vom Weltmarkt. „Gerade deshalb ist es ja so wichtig, dass der Erdöl-Verbrauch drastisch reduziert wird“, sagt Christian Gratzer vom VCÖ.

Insgesamt kosten die hohen Spritpreise Auto-Haushalte heuer rund 230 Euro zusätzlich, wie die UniCredit Bank kürzlich ausrechnete. Demnach hat der Ölpreisanstieg die Preise heuer um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr angehoben und ist für 60 Prozent der Inflationsbeschleunigung von 1,4 auf 2,4 Prozent verantwortlich. Die ab Juli 2022 geltende CO2-Steuer in der Höhe von 30 Euro pro Tonne wird das Tanken noch etwas verteuern. Gerechnet werden muss mit 8,8 Cent pro Liter mehr bei Diesel, 7,7 Cent pro Liter bei Benzin. Um die Klima-Ziele zu erreichen, ist das aber zu wenig. Zahlreiche Wissenschaftler fordern deshalb eine höhere Besteuerung von 50 bis 60 Euro je Tonne.

Für Konsumenten lohnt sich indes ein Preisvergleich, heißt es vom ÖAMTC. „Da sind pro Tankfüllung bis zu 30 Liter drin“, sagt Junick. Der VCÖ empfiehlt, vorausschauender zu fahren (Ersparnis von bis zu 15 %), kurze Strecken zu Fuß zu gehen und beim Autokauf auf den Energieverbauch zu achten. (ah)


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