Viele junge Leute in China zweifeln an der Ehe: Sorge wegen Überalterung

Die Ehe kommt in China derzeit immer mehr aus der Mode. Wegen hoher Kosten für die Hochzeit und für Kinder schrecken immer mehr Chinesen davor zurück, den Bund fürs Leben einzugehen.

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Dieses Paar hat sich getraut. Viele junge Menschen entscheiden sich anders.
© HECTOR RETAMAL

Peking – Viele junge Leute in Chinas Städten zweifeln an der Ehe. Die Zurückhaltung ist bei Frauen noch viel stärker als bei Männern, wie eine Umfrage der kommunistischen Jugendliga ergab. Rund 44 Prozent der befragten Frauen hätten erklärt, nicht heiraten zu wollen oder unsicher zu sein, ob sie den Bund der Ehe schließen wollen. Bei den Männern seien es knapp 25 Prozent gewesen. Es wurden insgesamt 2.905 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 26 in Städten befragt.

"In den vergangenen Jahren halten sich immer mehr junge Leute außerhalb der Hochzeitshallen auf", hieß es in dem Bericht zu der Umfrage. "Das Hinauszögern des Hochzeitsalters und die geringe Bereitschaft junger Leute zur Heirat sind eine versteckte Sorge der gesamten Gesellschaft geworden."

Trotz einer Lockerung seiner strengen Familienplanungspolitik leidet das bevölkerungsreichste Land der Erde heute unter einem massiven Geburtenrückgang. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Geburten um 18 Prozent auf zwölf Millionen zurück. Die Überalterung wächst: Immer weniger Werktätige müssen immer mehr alte Leute versorgen.

In der Umfrage sagten 46 Prozent der Befragten, dass die Kosten einer Hochzeit zu hoch seien. Auch meinten 56 Prozent, dass Geburten und das Aufziehen von Kindern in China zu teuer seien. So sind die Preise für Wohnungen und Schulen in chinesischen Städten rasant gestiegen. (APA, dpa)

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