Kulturquartier St. Bartlmä: Die Hoffnung stirbt zuletzt

  • Artikel
  • Diskussion
Das Areal unweit des namens­gebenden Kirchleins St. Bartlmä soll bespielt werden.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Im Sommer verkündete Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne), ein Kulturquartier St. Bartlmä realisieren zu wollen. Das Areal in Wilten mit ehemaligen Fabrikshallen und Freiflächen soll demnach mit Gastronomie, Clubs, Märkten, Kultur- und Freizeitangeboten mannigfach bespielt und für die gesamte Bevölkerung geöffnet werden. Ein umfassendes Konzept existiert bereits. Für sein Vorpreschen erntete Willi unmittelbar Kritik. Danach wurde es still um die Bartlmä-Pläne – bis zur Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Dort erntete der grüne Klub Spott und Häme für seinen Antrag, einen runden Tisch zum Kulturquartier St. Bartlmä einzurichten.

„Unerhört“ findet diesen Antrag etwa ALI-Gemeinderat Mesut Onay. Der Bürgermeister könne das doch jederzeit ohne Gemeinderatsbeschluss machen. Georg Willi solle seinen Job erledigen. Ähnliches kommt von SPÖ-Stadträtin Elisabeth Mayr, die sich von der Bürgermeisterpartei schlichtweg „gefrotzelt“ fühlt. Außer großer Ankündigungen sei nichts passiert in dieser Sache. An eine Realisierung des Kulturquartiers glaubt die SPÖ ohnedies nicht – genauso wie die FPÖ. „Die Stadt ist flach wie eine Flunder“, sagt Stadtparteiobmann Rudi Federspiel. Dieses Projekt sei nie und nimmer zu finanzieren.

Bürgermeister Georg Willi bat die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, doch „daran zu glauben, dass uns das gelingt“. Für-Innsbruck-Stadträtin Christine Oppitz-Plörer will „den Bürgermeister in seiner Vision unterstützen“, wie sie erklärt.

Der Antrag fand mit Stimmen von Grünen, FI, NEOS und Liste Fritz bei Enthaltung der ÖVP eine Mehrheit. (dd)

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte