Von Corona getroffen: Almdudler hofft auf Touristen

Der Getränkehersteller ist verstärkt auch im Ausland „daham“, Corona kostete Umsätze.

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Optimismus bei Almdudler-Geschäftsführer Gerhard Schilling.
© Almdudler/Imre Antal

Innsbruck, Wien – „Wenn die koan Almdudler hab’n, fahr ich wieder ham.“ Fast 98 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, aber auch schon 80 Prozent der Deutschen kennen Almdudler wohl gerade auch wegen dieses Werbeslogans samt Trachtenpärchen. Laut Geschäftsführer Gerhard Schilling komme die Kraft der Marke aus der „Österreich-DNA und dem alpinen Lebensgefühl“.

Corona mit seinen langen Lockdowns in der Gastronomie und Hotellerie habe den Getränkehersteller in den letzten eineinhalb Jahren spürbar getroffen, zumal man in Österreich ja in Normaljahren ein Drittel der Umsätze in der Gastro mache, sagt Schilling. Teilweise habe man die Rückgänge durch Erfolge im Export aber gutmachen können. Tätig ist Almdudler hier vor allem in Deutschland (steuert bereits 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei), weiters auch in den Benelux-Ländern, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Man habe zwei Monate Kurzarbeit gehabt, aber keine Kündigungen.

Für die heurige Wintersaison hofft Schilling gerade auch in Tirol, dass die Corona-Lage keine neuen Einschränkungen erforderlich machen wird. Die Begrenzungen für das Après-Ski seien kein Problem, weil der Limonaden-Konsum „vor allem ein großes Thema am Tag und weniger in der Nacht ist“.

Das Unternehmen (gehört weiterhin zu 100 Prozent der Familie Klein) wurde 1886 gegründet, 1957 wurde die Kräuterlimonade von Erwin Klein (hat vor Olympia 1964 auch das Hotel Olympia in der Axamer Lizum gebaut) als Antwort auf Coca-Cola erfunden. Vor zwei Jahren hat sich die Nummer zwei auf dem Limonadenmarkt vom US-Giganten Coca-Cola getrennt, der bis dahin für die Abfüllung und den Gastro-Vertrieb zuständig war. Die Abfüllung erfolgt bei Vöslauer/Ottakringer bzw. für Spezi (wo man die Markenrechte für Österreich erworben hat) bei Egger in Unterradlbrunn. Dank der Unabhängigkeit sei man noch wendiger.

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Große Trends seien laut Schilling die Reduktion von Zucker (über die Gesamtpalette um ein Drittel) und noch mehr Nachhaltigkeit, gerade auch bei Verpackungen. Dass die Getränkebranche hier oft als Sündenbock im Visier stehe, sei nicht immer nachvollziehbar. (va)


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