ÖBB-Appell, im Unterland verstärkt Nahverkehrszüge zu nutzen

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Per Bewusstseinsbildung wollen die ÖBB mehr Pendler zum – freiwilligen – Umstieg von Fernverkehrszügen auf S-Bahn und REX bewegen.
© ÖBB/Kapferer

Innsbruck – Rund 42.000 Bahnnutzer waren im Tiroler Nahverkehr vor Corona täglich zu verzeichnen. Inzwischen liegt man schon wieder bei 85 % des damaligen Niveaus, Tendenz steigend. Diese erfreuliche Entwicklung verschärft aber ein schon länger bestehendes Problem: In verkehrsstarken Zeiten, besonders am Freitagnachmittag, steigt der Andrang auf schnelle Fernverkehrszüge (vor allem Railjets) Richtung Unterland. „So kommt es zu Situationen, wo es teilweise sehr eng wird“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. „Im schlimmsten Fall kann der Zug wegen Überfüllung nicht weiterfahren und ein Teil der Fahrgäste muss wieder aussteigen.“

Um gegenzusteuern, setzen die ÖBB nun auf Bewusstseinsbildung: Sie appellieren – auch mittels gezielter Kundenlenkung – an die Fahrgäste, speziell bei Fahrten am Freitagnachmittag zwischen Innsbruck und Wörgl verstärkt auf das Nahverkehrsangebot der ÖBB, also die Regionalexpress- und S-Bahn-Züge, auszuweichen. REX-Züge würden etwa von Innsbruck bis Jenbach nur rund 10 Minuten länger brauchen als die Railjets, bis Wörgl 15 (bis 20) Minuten länger, argumentieren die ÖBB. Und es gebe dort eben genug Platz, was nicht nur in Corona-Zeiten von Vorteil sei, sondern auch den Fahrkomfort erhöhe. An Freitagen biete man allein zwischen Innsbruck und Wörgl im Zeitraum von 12 bis 17.40 Uhr ca. 6000 Sitzplätze in den REX- und S-Bahn-Zügen an.

Generell arbeite man laufend daran, das Angebot zu verbessern, betont Gasser-Mair. So wird z. B. an Freitagen bereits seit Oktober 2020 zur Entlastung des übervollen Railjets 167, der um 16.17 Uhr ab Innsbruck Richtung Wien abfährt, ein eigener Railjet von Innsbruck nach Wörgl (Abfahrt: 16.13 Uhr) zusätzlich eingesetzt, mit einer Kapazität von ca. 400 Sitzplätzen. (md)


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