Lawinen-Experte Mair: „Herbst legt Basis für Lawinenwinter“

Rudi Mair vom Lawinenwarndienst beobachtet den ersten Schnee und zieht seine Schlüsse für den Winter.

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Temperatur und Schneemenge im Herbst entscheiden über das Fundament für den Schnee im Winter.
© Paumgartten

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Viel hat es auf den Bergen bisher nicht geschneit, trotzdem sind bereits zahlreiche Tourengeher in höheren Lagen unterwegs, weiß Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes (LWD) Tirol. Und auch wenn Mitte Oktober der tiefste Winter noch weit weg scheint, hat er ein wachsames Auge auf die Niederschläge dieser Tage.

„Der Herbst legt die Basis für den Lawinenwinter“, erklärt Rudi Mair, der heuer in seinen 32. Winter als oberster Lawinenwarner des Landes geht. „Auch wenn die Schneemengen bisher nicht groß sind – schattseitig bleibt der Schnee bereits liegen und kann sich zu einem störanfälligen Fundament umwandeln“, so der Experte. Das passiere dann, wenn die Temperaturen zurückgehen und der Schnee dadurch eine kantige Struktur erhält. Schneit es auf diese Schicht dann drauf, mache sich die instabile Unterlage im Laufe des Winters wieder in Form von Lawinenabgängen bemerkbar.

Aber auch plötzlicher massiver und anhaltender Schneefall lasse die Lawinengefahr steigen. Dann nämlich könne sich der Schnee nicht entsprechend setzen und mit dem Untergrund verbinden – das Resultat sind Gleitschneelawinen.

„Immer wieder ein bisschen Schnee, der sich setzen kann und nicht zu kalt.“ So sieht der Wunschherbst von Rudi Mair aus. Damit würde ein stabiler Untergrund für den weiteren Schneefall des Winters gelegt. Weil das Wetter aber bekanntermaßen kein Wunschkonzert ist, sind Rudi Mair und sein Team bereits im Einsatz. Auf www.lawine.at gibt es im Blog schon jetzt erste Einschätzungen. Der tägliche Lawinenreport folgt dann, wenn die Schneefälle diesen erforderlich machen.

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