Kauflust und Optimismus für Wirtschaft im Hoch

Die wiedergewonnenen Freiheiten nach den Corona-Lockdowns haben die Stimmung in Österreich laut Spectra-Wirtschaftsbarometer gehoben.

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Symbolbild.
© (c) Leopold Nekula/VIENNAERPORT via www.imago-images.de

Von Alois VahrnerLinz, Innsbruck – Seit etwa 29 Jahren erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer aktuelle Daten für das Konjunktur- und Konsumklima der Bevölkerung in Österreich. Und dieses hat sich in den letzten Monaten deutlich aufgehellt, geht aus der neuen Repräsentativumfrage (über 2000 Befragte) für die OÖN, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen hervor. „Die Konsumlust steigt, genauso der Wirtschaftsoptimismus. Beim Optimismus sind die Wachstumsraten aber nicht so groß wie beim Konsum. Die Österreicher genießen, was sie haben, und freuen sich über ihre Freiheit. Aber sie trauen dem Frieden noch nicht so ganz“, fasst Spectra-Chef Peter Bruckmüller zusammen.

Konkret hat sich das private Konsumklima im 3. Quartal 2021 gegenüber dem 2. Quartal nochmals verbessert. Der Anteil der Menschen, die eher sparsamer mit ihrem Geld umgehen, ist von 34 auf 32 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die aktiv ihre Bereitschaft bekunden, Geld auszugeben, von zuvor 29 auf 32 Prozent angestiegen. „Damit ist gegeben, was in den letzten 25 Jahren noch nie der Fall war: Die Konsumtreiber haben zu den Konsumbremsern aufgeschlossen“, so Bruckmüller.

Auch in der Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung ist laut Umfrage der Turnaround geschafft. Die Optimisten überwiegen nach dem Corona-bedingten Wirtschafts- einbruch Anfang 2020 erstmals wieder gegenüber den Pessimisten. Nur noch 24 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben demnach das Gefühl, dass es um die Wirtschaft derzeit nicht so gut bestellt ist. Das sind gleich um 12 Prozentpunkte weniger als noch im 2. Quartal. Gleichzeitig stieg der Anteil der Optimisten von 28 auf 31 Prozent.

„Die Menschen drücken ihre wiedergewonnene Freiheit in gesteigerter, fast möchte man sagen, in unbändiger Konsumlust aus. Die guten Nachrichten aus der Wirtschaft erzeugen darüber hinaus das Gefühl eines stark positiven Wirtschaftstrends. Alles Befunde, wie man sie sich fast nicht besser wünschen kann“, sagt Bruckmüller.

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Insgesamt 57 Prozent der Befragten blicken mit Zuversicht (37 Prozent mit Sorge) auf die nächsten zwölf Monate. Von den Vor-Corona-Spitzenwerten (68 bis 70 Prozent) sei man damit aber doch noch deutlich entfernt. Im Sinne eines Wetterberichts sehen 11 Prozent ihre Stimmungslage als einen strahlend blauen Himmel, weitere 47 Prozent als sonnig und 34 Prozent als leicht bewölkt. Stark bewölkt bzw. regnerisch ist die Stimmung nur für 7 Prozent.

Insgesamt 8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich trotz der Krise mit ihrem Einkommen mehr leisten können als vor einem Jahr. 61 Prozent können sich demnach gleich viel leisten und mit 27 Prozent immerhin mehr als ein Viertel weniger als im Vorjahr.

In Sachen Arbeitslosigkeit erwarten 33 Prozent steigende, 45 Prozent gleichbleibende und 24 sinkende Zahlen. Der Staat solle mehr sparen, sagen 17 Prozent. Er solle mehr investieren bzw. Geld ausgeben, fordern indes 27 Prozent. Der Staat müsse beides gleichzeitig hinbekommen, befinden 52 Prozent.


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