Schwaz bei Europacup-Comeback vor dem zypriotischen U-Boot gewarnt

Nach neun Jahren Pause freut sich Sparkasse Schwaz Handball Tirol auf das Comeback im Europacup. Mit Famagusta aus Zypern wartet am Samstag (18 Uhr, Osthalle) allerdings ein unberechenbarer Gegner.

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Spielmacher Gerald Zeiner (l.) und Kreisläufer Balthasar Huber sind heiß auf das Europacup-Hinspiel in der Schwazer Osthalle.
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Von Benjamin Kiechl

Schwaz – Endlich weht wieder internationale Luft durch die Schwazer Osthalle. Hoffentlich eine nicht allzu steife Brise. Denn mit Famagusta aus Zypern wartet auf die Tiroler Handballfamilie ein Gegner, der nur schwer auszurechnen ist. Quasi ein U-Boot. Während sich die Insel-Handballer dank der zahlreichen Liga-Livestreams an Schwaz gar nicht sattsehen konnten, gibt es für die Tiroler keine Möglichkeit, an Videomaterial aus dieser Saison zu kommen. Es wird also ein Sprung ins Ungewisse, wenn Sparkasse Schwaz Handball Tirol am Samstag (18 Uhr) in der 2. Runde des EHF European Cups Sabbianco Anorthosis Famagusta empfängt. Das Rückspiel wird am 23. Oktober nicht in Famagusta, sondern in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia ausgetragen.

Das Handballer-Herz schlägt bei diesen Aussichten natürlich höher. Thomas Czermin, Tirols Handball-Präsident, warnt jedoch sogleich: „Wir betreten Neuland, man weiß nicht genau, wie der Gegner aufgestellt ist, sie haben viele Neuzugänge aus Griechenland. Gegenüber dem Liga-Spiel am Mittwoch gegen Aufsteiger Bruck muss jedenfalls eine Steigerung her!“

Wir werden es mit einem äußerst unangenehmen Gegner zu tun bekommen, der wohl mindestens so stark wie in der Vorsaison einzuschätzen ist.
Frank Bergemann, Schwaz-Trainer

Schwaz-Trainer Frank Bergemann, der sich nun voll und ganz mit seiner Truppe auf das Europacup-Abenteuer konzentriert, sieht die Sache ähnlich: „Wir werden es mit einem äußerst unangenehmen Gegner zu tun bekommen, der wohl mindestens so stark wie in der Vorsaison einzuschätzen ist.“ Dass Famagusta im letzten Jahr u. a. Ferlach ausschaltete und bis ins Halbfinale dieses Bewerbs vorgedrungen ist, zeuge von Qualität. „Wir haben Videomaterial vom Match gegen Ferlach, leider aber wenige aktuelle Informationen. Das Team wurde nochmals mit Legionären verstärkt“, weiß Bergemann. „Wir freuen uns ungemein auf diese beiden Spiele, das ist die Belohnung für die tolle letzte Saison. Wir hoffen auf lautstarke Unterstützung unseres Publikums, um uns eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten.“ Die Saisonabos sind am Samstag nicht gültig, Abobesitzer erhalten jedoch einen Rabatt.

Wanitschek war beim letzten EC-Abenteuer dabei

Neun Jahre sind nach dem bislang letzten Auftritt eines Tiroler Handballvereins im Europacup vergangen. Als amtierender Cupsieger traf man im Herbst 2011 im Europapokal der Pokalsieger auf Porec (CRO) und unterlag in Hin- und Rückspiel jeweils knapp (23:24 zu Hause und 23:25 auswärts). Ein Jahr später folgte der bis dato letzte Europacupeinsatz eines Tiroler Vereins, HIT medalp Tirol scheiterte 2012 im EHF Cup an RK Siscia (CRO).

Alexander Wanitschek war bereits 2011 in Porec dabei. „Es war eine tolle Erfahrung, ich habe sogar ein Tor gemacht.“ Der EHF-Cup sei für die jungen Spieler etwas ganz Besonderes, weiß der 31-jährige Routinier.

Nach dem 31:22-Sieg am Mittwoch gegen Liga-Aufsteiger Bruck müsse man sich freilich noch verbessern. „Noch läuft nicht alles perfekt und wir haben noch viel Luft nach oben. Gegen Famagusta müssen wir sicher 20, 30 Prozent mehr geben!“, diktierte der Kapitän.


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