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Schallenberg im großen Antrittsinterview: Kanzler „bis zur nächsten Wahl“

Der frisch angelobte Bundeskanzler Alexander Schallenberg erwartet, dass Sebastian Kurz die ÖVP in die nächste Wahl führt. Er betont sein Vertrauen in die Justiz und geht von einer raschen Klärung der Vorwürfe gegen Kurz und Co. aus.

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„Bin Republikaner bis ins Knochenmark“: Neo-Kanzler Alexander Schallenberg und der Adel.
© Clemens Fabry

Herr Bundeskanzler, kaum ein Porträt über Sie in den vergangenen Tagen kam ohne die Attribute „Aristokrat“ oder „adelig“ aus. Stört Sie das? Gefällt Ihnen das?

Alexander Schallenberg: Ich bin erstaunt darüber. Es war in den über zwanzig Jahren meiner bisherigen Karriere nie ein Thema. Das ist für mich nicht von gestern, sondern von vorvorgestern. Ich bin ein Republikaner bis ins Knochenmark. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass das nun zu einem Thema wird. Für mich ist es keines. Ich bin Bundeskanzler der Republik Österreich. Ich arbeite im Rahmen der Verfassung. Ich bin ein Demokrat und Republikaner. Das System, das wir aufgebaut haben, ist sicher nicht perfekt, wie Winston Churchill schon angemerkt hat, aber es ist immer noch das beste. Es gibt eine Vielfalt an Meinungen, man ringt miteinander, am Schluss kommt man zu einem Konsens. Ich halte auch nichts von jenen Stimmen, die in der Pandemie gesagt haben, die autokratischen Regime kommen besser durch die Krise. Nein, unser System ist sehr viel nachhaltiger, weil wir ringen müssen um Entscheidungen, weil es Wahlen gibt und das Volk ein Mitspracherecht hat. Das ist mein Credo. Und meine Basis ist die europäische Aufklärung.

Wann haben Sie zum ersten Mal realisiert, dass die Kanzlerschaft von Sebastian Kurz vor dem Aus stehen könnte? Tatsächlich erst vergangenes Wochenende oder schon früher?


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