Würfel aus Plexiglas für sechs mutige heimische Bauherren

Im Innsbrucker Treibhaus wurden am Freitagabend die heurigen ZV-Bauherrenpreise verliehen. Einer davon ging nach Tirol.

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Das Pitztaler „Steinbockzentrum“ thront auf einem Plateau wie ein Steinbock, der ins Tal schaut.
© Lukas Schaller

Innsbruck – Der seit 1967 jährlich von der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs (ZV) ausgeschriebene Bauherrenpreis wird abwechselnd in einem der Bundesländer verliehen. Heuer war Tirol an der Reihe, wo sich am Freitagabend im Innsbrucker Treibhaus sechs laut Jury „gegenüber nostalgischer Vereinnahmung anscheinend resistente“ BauherrInnen und ihre ArchitektInnen über den begehrten Preis in der Form eines Würfels aus Plexiglas freuen durften. Auch Elmar Haid, als Bürgermeister von St. Leonhard im Pitztal Bauherr des Tiroler Steinbockzentrums. Gebaut nach den Plänen von Rainer Köberl und Daniela Kröss, die das aus rotem Beton errichtete turmartige Gebäude weithin sichtbar neben den ältesten Hof des Tals gestellt haben. Thronend „auf einem Plateau wie ein Steinbock, der ins Tal schaut“, so der Jurybefund.

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Ebenfalls mit einem ZV-Bauherrenpreis ausgezeichnet wurde das VinziDorf Wien (Architektur graupenraub +/-). Ein gegen viele Widerstände mit minimalen Mitteln realisiertes Projekt, und das, ohne gestalterische Kompromisse einzugehen. Unterschiedlicher könnte das zweite preiswürdige Wiener Projekt kaum sein: das Sigmund Freud Museum. Gleich drei Architekten, darunter der Südtiroler Walter Angonese, waren involviert, um in diesem sehr speziellen „Haus-Museum“ die Geschichte der Familie Freud genauso wie jene der Psychoanalyse schlüssig zu imaginieren.

Ebenfalls freuen können sich die Stadtbetriebe Steyr über den Preis für ihren vom Innsbrucker Architekten Helmut Reitter geplanten Panoramalift. Bestehend aus einem Schacht aus braungrauem Stahlbeton, einer gläsernen Kabine und einer Plattform aus Cortenstahl. Ebenfalls eines Preises würdig empfand die Jury auch die Auferstehungskapelle im osterösterreichischen Straß (LP architektur) sowie das von Dietmar Feichtinger geplante Schulzentrum im niederösterreichischen Gloggnitz.

152 Projekte unterschiedlichster Art gingen heuer ins Rennen um den ZV-Bauherrenpreis, 24 davon wurden nominiert und sechs von diesen schließlich von den Juroren Peter Riepl, Roger Riewe und Angelika Schnell zu Preisträgern gekürt. (schlo)


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