Tausende bei Demo nach Räumung von Wagencamp in Berlin

Nach der Räumung des linken Wagencamps „Köpi-Platz“ im Stadtteil Kreuzberg kam es am Freitag zu Protesten. Polizisten wurden verletzt.

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Bei dem Protest kam es zu Ausschreitungen.
© PAUL ZINKEN

Berlin – Aus Protest gegen die Räumung des linken Wagencamps „Köpi-Platz“ in Berlin-Mitte sind am Freitagabend mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen. Die Stimmung sei sehr aggressiv, sagte eine Polizeisprecherin. Es gebe Angriffe auf Polizisten und Polizistinnen, einige Kollegen seien verletzt. Teils seien auch Fahrzeuge beschädigt worden. Es seien sehr viel mehr Teilnehmer als angemeldet, die Zahl bewege sich im oberen vierstelligen Bereich – also über 5000. Bei der Demonstration in Kreuzberg wurden auch Bengalos und Feuerwerk gezündet. Nach Angaben des rbb wurden auch Verkehrsschilder in parkende Autos gerammt.

Linke Aktivisten berichteten ihrerseits von Polizeigewalt. In den sozialen Netzwerken wurden Videos von der Demonstration geteilt, die dies belegen sollten.

Die Polizei war am Mittag mit schwerem Gerät an dem Wagenplatz im Einsatz und führte die Bewohner, die sich verbarrikadiert hatten, schließlich vom Gelände. Das Camp an der Köpenicker Straße gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksautonomen Szene in Berlin. Die Räumung hatte der Grundstückseigentümer vor Gericht erstritten.

Die Bewohner hatten erklärt, sie würden am „Tag X“ nicht „kampflos“ aufgeben. Im Internet gab es einen Aufruf, die Stadt am Freitagabend in Scherben zu legen. In Hamburg trommelte die Szene zur Solidaritätsdemo unter dem Motto „Defendköpi“. Nach Polizeiangaben nahmen dort etwa 500 Demonstranten aus der linksautonomen Szene teil. (dpa, TT.com)

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Der „Köpi-Platz“ wurde geräumt.
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