Straßennetz frisst ein Drittel der Fläche in Österreich: WWF fordert Regelung

Umweltorganisation WWF fordert einen verbindlichen Bodenschutzvertrag. 11,5 Hektar pro Tag verbaut.

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Viermal so viel Grund wie geplant wird in Österreich verbaut.
© Falk

Wien – Angesichts des Bodenschutzgipfels von Bund, Ländern und Gemeinden am 20. Oktober hat die Naturschutzorganisation WWF Österreich in einer neuerlichen Analyse auf den besonders hohen Bodenverbrauch der Bundesländer hingewiesen. „Mit einem Bodenverbrauch von durchschnittlich 11,5 Hektar pro Tag verbaut Österreich mehr als das Vierfache des Nachhaltigkeitsziels des Bundes“, kritisierte WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachinger in einer Aussendung.

Insgesamt ist in Österreich demnach bereits eine Fläche von knapp 576.900 Hektar produktiver Böden verloren gegangen – was mehr als der doppelten Fläche des Bundeslandes Vorarlberg entspricht. Projekte wie die Lobau-Autobahn würden zeigen, dass es nach wie vor kein Umdenken gibt.

Der WWF forderte einen verbindlichen Bodenschutzvertrag für ganz Österreich sowie ein umfassendes Maßnahmenpaket.

Die WWF-Analyse zeigt, dass alle Bundesländer noch weit von einer nachhaltigen Bodennutzung entfernt sind. Während die Steiermark beim täglichen Bodenverbrauch mit 3,3 Hektar Spitzenreiter ist, liegt das Burgenland bei der pro Kopf versiegelten Fläche mit 510 Quadratmetern an vorderster Stelle.

Die hohe Versiegelung zeigt sich auch im Straßennetz, das bundesweit mehr als ein Drittel des gesamten Bodenverbrauchs verursacht und im Burgenland mit 31 Metern pro Kopf am dichtesten ist. „Obwohl es immer noch Tausende Hektar ungenutzten Leerstandes gibt und in vielen Gemeinden die Ortskerne veröden, wird landauf, landab weiter auf der grünen Wiese gebaut.“

Seit der Jahrtausendwende ist der Bodenverbrauch in Österreich fast dreimal so schnell gewachsen wie die Bevölkerung. (TT, APA)


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