Unfall mit sieben Toten in Südtirol: Beweisverfahren bis Dezember verlängert

Nach dem schweren Unfall in Luttach im Jänner des Vorjahres wurde immer noch keine Anklage gegen den Unfalllenker erhoben. Stattdessen wurde das Beweisverfahren verlängert.

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Sechs Touristen starben noch an der Unfallstelle, eine Frau erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.
© PIERRE TEYSSOT / AFP

Luttach/Berlin – Das Beweisverfahren nach einem fatalen Verkehrsunfall in Luttach im Südtiroler Ahrntal mit sieben toten deutschen Touristen im Jänner des Vorjahrs wird Medienberichten zufolge verlängert. Mehrere Opfer seien zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert gewesen, das Gutachten werde nun vertieft, um abzuklären ob auch Drogen konsumiert worden waren. Der letzte Termin der Beweissicherung wurde auf den 13. Dezember vertagt, teilte der Verteidiger des Verdächtigen, Alessandro Tonon, mit.

Damit wurde gegen den Hauptverdächtigen auch noch keine Anklage erhoben, denn die Akten ergehen erst nach der vollständigen Beweisaufnahme an die Staatsanwaltschaft, die wiederum die Anklage formuliert. Dem Unfalllenker wird mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Betrunken und viel zu schnell unterwegs

Ein Einheimischer war am 5. Jänner 2020 in Luttach im Ahrntal betrunken in eine Gruppe von deutschen Skitouristen gerast. Sechs waren sofort tot, eine Frau starb später im Krankenhaus. Die meisten Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen. Sie waren zuvor aus einem Shuttlebus ausgestiegen und überquerten die Straße, als es zu dem Unfall kam.

Nach Einschätzung eines gerichtlichen Gutachters dürfte der 27 Jahre alte Lenker mit einer Geschwindigkeit von 90 km/h unterwegs gewesen sein, statt der erlaubten 50 km/h. Er hatte 1,97 Promille im Blut. Ein Gutachten hatte den Lenker im August 2020 teilweise entlastet. Demnach dürfte ein Teil der Touristengruppe in der Unfallnacht nicht den Zebrastreifen benützt haben. Außerhalb des Lichtkegels am Zebrastreifen seien Personen "nur schemenhaft" zu erkennen gewesen, hieß es. (APA)


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