Zu fett, zu salzig: Experten sehen Snacks als Jause kritisch

Viele im Handel angebotenen pikanten Kindersnacks enthalten zuviel Fett und/oder Salz. Wurst- und Käseprodukte aus diesem Segment sollen demnach nur in geringem Maß verzehrt werden.

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(Symbolfoto)
© Inga Kjer/photothek.net/BMZ via www.imago-images.de

Linz/Wien – Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich sehen als typische Kindersnacks angebotene Produkte als Schuljause kritisch. Denn die meisten in einem Test geprüften pikanten Gustostückerl enthielten zu viel Fett und Salz, machten sie in einer Presseaussendung am Mittwoch aufmerksam.

Die Konsumentenschützer kauften stichprobenartig 30 Produkte, die durch ihre Bezeichnung, ihr Design oder spezielle Abbildungen besonders Kinder als Zielgruppe ansprechen und sich als Schuljause anbieten. Es handelte sich um 14 Wurst- und acht Käseprodukte sowie acht Fleisch- bzw. Fischaufstriche. Nicht geprüft wurden Snacks aus dem Süßwarenbereich.

Die Bewertung der Produkte erfolgte anhand der Zutaten- und Nährwertangaben. Bei den Wurstsnacks wurde das britische Ampelsystem herangezogen, das leicht verständlich den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen wie Fetten, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz signalisieren soll. Der Befund: Es handelt sich um stark verarbeitete Lebensmittel, die viel Fett und Salz enthalten. Denn die Ampel leuchtete in beiden Bereichen rot auf. Die bewerteten Produkte sollten aus ernährungsphysiologischer Sicht demnach nur in geringem Maße verzehrt werden.

Viele Zusatzstoffe in Wurstprodukten

Zudem enthalte Wurst generell viele Zusatzstoffe – unter anderem das Konservierungsmittel Natriumnitrit (Pökelsalz). Weiters werde dem Geschmack mit Aromen und/oder Gewürzextrakten auf die Sprünge geholfen, in neun Fällen zusätzlich mit einem Geschmacksverstärker. Doch gerade Kinder sollten Speisen mit Aromen und Geschmacksverstärker nicht regelmäßig zu sich nehmen, da dadurch das Gefühl für den natürlichen Geschmack von Nahrungsmitteln verloren gehe. Zudem sind laut den Konsumentenschützern auch die in den Würsten als Stabilisator zugesetzten Phosphate kritisch zu beurteilen, da eine zu hohe Aufnahme negative Auswirkungen auf die Nieren haben könne. Auch bei den Käsesnacks fand sich viel Fett und zum Teil auch relativ viel Salz. Außerdem waren bei drei Produkten im Test phosphathaltige Schmelzsalze enthalten.

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Die getesteten Fleisch- und Fischaufstriche waren ebenfalls industriell stark verarbeitet und hatten einen hohen Fettgehalt. Bei den Nährwerten sowie bei der Zusammensetzung zeigen sich große Unterschiede. Manche Hersteller kamen beinahe oder ganz ohne Zusätze aus, andere setzten bis zu fünf verschiedene Zusatzstoffe und auch noch Aroma ein.

Die Konsumentenschützer schauten auch noch auf den Preis. Dass viele der Produkte in kleinen Mengen oder Mehrfachpackungen angeboten werden, erzeuge nicht nur unnötig Müll, sondern habe auch den Kostenvergleich erschwert. Sie fanden jedoch heraus, dass ein Käsesnack fast auf 25 Euro pro Kilogramm kommen kann, für Knabberwurst würden gar 60 Euro pro Kilogramm verlangt. (APA)


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