Wolf aus Italien für Risse im Sellrain- und Gschnitztal verantwortlich

Der Dreierlandtag wird heute eine Entschließung zur Ausweisung der Almgebiete als sensible Zonen beschließen. Für 20 Risse von Schafen Anfang Oktober in St. Sigmund im Sellrain, in Trins im Gschnitztal und in Pfaffenhofen ist ein Wolf aus der italienischen Population verantwortlich.

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© hkuchera

St. Sigmund, Trins, Pfaffenhofen – Für 20 Risse von Schafen Anfang Oktober in St. Sigmund im Sellrain, in Trins im Gschnitztal und in Pfaffenhofen ist ein Wolf aus der italienischen Population verantwortlich. Das teilte das Land Tirol gestern mit. Ob sie auf das Konto des Problemwolfs „118MATK“ gehen, steht hingegen noch nicht fest. Für ihn hat die Landesregierung bereits eine so genannte Gefährdungsverordnung beschlossen, sollte er noch einmal nachgewiesen werden, wird die Behörde sofort einen Abschussbescheid erlassen.

Ein in Österreich noch nicht erfasster männlicher Wolf, ebenfalls aus der italienischen Population, wurde zwischenzeitlich anhand eines Risses am 23. September in Längenfeld identifiziert. Er firmiert nun unter „131MATK“. Beim heute beginnenden Dreierlandtag in Alpbach wird der Wolf heute erneut zentrales Thema sein. Zuletzt gab es doch einige Unstimmigkeiten nördlich und südlich des Brenners, jetzt haben sich die drei Landtage von Tirol, Südtirol und dem Trentino auf eine gemeinsame Entschließung geeinigt. Demnach sollen sich die Landesregierungen dafür einsetzen, dass die Almgebiete der Europaregion aufgrund der alpinen Almwirtschaft und Kulturlandschaft als „sensible Gebiete“ ausgewiesen werden. Es geht darum, dort den Schutzstatus für Wolf und Bär laut Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu senken und dadurch eine Bestandsregulierung zu erleichtern.

Diese Vorgangsweise empfiehlt auch der Innsbrucker Europarechtsexperte Walter Obwexer: „Der günstige Erhaltunsgzustand des Wolfes sollte den Alpenraum und nicht einzelne Länder umfassen. In einem nächsten Schritt müsste dann der Schutzstatus um eine Stufe reduziert werden.“ Eine generelle Herabsetzung des strengen Schutzregimes bezeichnet Obwexer als nicht sehr realistisch. „Rechtlich wäre das vielleicht möglich, politisch allerdings sehr schwierig.“ (pn)


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