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Südtirols LH Kompatscher kritisiert die Frächterlobby

Südtirols Landeschef Kompatscher bezeichnet angedrohte Transit-Klage der italienischen Frächterverbände gegen die EU "als nicht zielführend". Unterdessen dürfte der Landeshauptmann noch diese Woche seine Wiederkandidatur erklären. Großes Vertrauen hat er in den neuen Kanzler.

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Anfang Juli traf Kompatscher (r.) mit dem heutigen Bundeskanzler Schallenberg in Wien zusammen.
© APA/BKA

Von Peter Nindler

Innsbruck, Bozen – Die Südtiroler Politik befindet sich in der Verkehrsfrage in der Zwickmühle. Die mächtigen Frächter mit Rückhalt der Südtiroler Wirtschaft bzw. der Handelskammer Bozen protestieren seit Jahren gegen die Transitbeschränkungen in Tirol. Unter Federführung des Präsidenten des italienischen Frächterverbandes Anita, Thomas Baumgartner (Fercam), wollen Italiens Frächter die EU-Kommission wegen Untätigkeit gegenüber Österreich klagen. Das sei keine gute Idee, befindet Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher gegenüber der TT. "Gegenseitige Protesthaltungen bringen uns in der Verkehrspolitik nicht weiter."

Die angedrohte Klage, so Kompatscher, sei deshalb nicht zielführend, die Lkw-Blockabfertigungen in Kufstein oder die Fahrverbote seien vielmehr ein Hilferuf Tirols. "Aber auch nicht die Lösung für die Zukunft." Wie berichtet, fordert er Kostenwahrheit im Straßengütertransit. An die Adresse der Frächter gerichtet, betont der Landeschef: "Was bringt der ständige Protest? Der Transit nimmt jährlich zu, die Berufskraftfahrer stecken selbst stundenlang im Stau."

Was die politischen Turbulenzen in Österreich betrifft, wünscht sich Kompatscher stabile Verhältnisse. "Das ist auch für uns in Südtirol wichtig, schließlich geht es um die Schutzfunktion." Die Vorwürfe gegen Ex-Kanzler Kurz (VP) bezeichnet er als "schwerwiegend".


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