Mehr Fälle von sexuellem Missbrauch durch britische Polizisten

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London – In Großbritannien sind zuletzt deutlich mehr Polizisten wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Zwischen 2018 und 2021 gab es 66 Disziplinarverfahren gegen Beamte und Mitarbeiter, wie die unabhängige Behörde Independent Office for Police Conduct (IOPC) am Dienstag mitteilte. Davon wurden allein 42 im vergangenen Jahr eingeleitet. 2016 gab es demnach zehn Verfahren.

Die britische Polizei steht seit dem Mord an der Londonerin Sarah Everard unter besonderer Beobachtung. Ein Polizist hatte sein Amt missbraucht, um die 33-Jährige zu verschleppen. Anschließend vergewaltigte und tötete er die Frau. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Behörde betonte, dass in der Polizei kein Platz für Sexualstraftäter sei. Die deutliche Zunahme der Disziplinarmaßnahmen sei auf verstärkte Sanktionsbemühungen zurückzuführen. Zudem sorge das erhöhte Bewusstsein dazu, dass mehr Fälle gemeldet wurden.

Nachweis von Fehlverhalten in 63 der 66 Verfahren

In 63 der 66 Verfahren gegen Beamte konnte ein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Es handle sich um einen erschreckenden Missbrauch des Vertrauens der Öffentlichkeit mit verheerenden Auswirkungen, sagte die stellvertretende IOPC-Chefin Claire Bassett der Nachrichtenagentur PA. Die Zahl zeige aber, dass das Verhalten Konsequenzen habe. Polizeiverbände versprachen, das Problem konzentrierter anzugehen.

Auch am Dienstag beschäftigte das Thema sexuelle Übergriffe durch Polizisten britische Gerichte. In Manchester steht ein Beamter wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht, in der Stadt Chelmsford ist ein Polizist wegen Vergewaltigung angeklagt. (APA/dpa)


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