Auf Wunsch Männer kastriert: Prozess gegen 66-Jährigen nach Todesfall

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(Symbolfoto)
© BARBARA GINDL

München – Am Donnerstag hat in München der Prozess gegen einen 66-Jährigen begonnen, der mehrere Männer auf deren Wunsch hin kastriert haben soll. Einer von ihnen starb der Anklage zufolge kurz nach dem Eingriff. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Elektromeister deshalb nicht nur schwere und gefährliche Körperverletzung, sondern auch Mord durch Unterlassen vor.

Der aus Baden-Württemberg gebürtige, aber zuletzt im oberbayerischen Markt Schwaben lebende Angeklagte soll zunächst aus Geldnot über Internetforen sadistische Sexualpraktiken angeboten haben. Sein Repertoire erweiterte der Elektromeister laut Anklage aber schon bald um Kastrationen. Dabei hatte er - anders als er es den Betroffenen vorgaukelte - keinerlei medizinische Ausbildung, wie er am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht München II zugab.

Der Angeklagte räumte ein, acht Männer auf deren Wunsch hin kastriert zu haben. Nur mit dem Tod eines seiner "Patienten" wenige Tage nach dem Eingriff habe er "absolut nichts zu tun", deponierte der 66-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten in diesem Zusammenhang vor, bei dem schwer Erkrankten keinen Arzt hinzugezogen zu haben, um nicht aufzufliegen und sich zudem die Nebenerwerbsquelle zu erhalten. Er habe also habgierig und um eine andere Straftat zu decken gehandelt - was beides als Mordmerkmal gilt. Die Leiche verpackte er laut Anklage in einem Karton, sie wurde rund drei Wochen später bei einer Durchsuchung gefunden. Das Urteil in dem Aufsehen erregenden Verfahren soll voraussichtlich Ende November fallen. (APA/dpa)

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