Studie bestätigt: Haie verwechseln bei Angriffen Surfer mit Robben

Laut Forschern ist das Sehvermögen des Weißen Hais nur schwach entwickelt. Das bedeutet, dass der Weiße Hai zwischen Menschen und Flossenfüßern kaum unterscheiden kann.

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(Symbolfoto)
© PantherStock

Sydney – Angriffe von Haien auf Menschen sind sehr selten - und wenn es zu solchen Attacken kommt, dann handelt es sich in der Regel um eine Verwechslung. Eine jetzt veröffentlichte Wissenschaftsstudie bestätigt Annahmen, dass die Haie Schwimmer oder Surfer wegen ihrer Bewegungen irrtümlich für ihre übliche Nahrung - also etwa Robben - halten.

Die vom britischen Wissenschaftsmagazin Journal of the Royal Society Interface publizierte Untersuchung konzentrierte sich auf den Weißen Hai. Diese vom Menschen besonders gefürchtete Hai-Art kann Geruchs- und Schallwellen über große Distanzen wahrnehmen, ihr Sehvermögen ist hingegen schwach.

Hai kann Farben und Formen nur schwach unterscheiden

Der Studie zufolge kann der Weiße Hai Farben und Formen nur schwach unterscheiden. Sein Sehvermögen ist demnach sechs Mal schlechter als das des Menschen. Dies bedeutet, dass der Weiße Hai zwischen Menschen und Flossenfüßern kaum unterscheiden kann.

Die Paddel- und Ruderbewegungen von Surfern und Schwimmern lassen ihn der Untersuchung zufolge schließen, dass es sich bei ihnen etwa um Robben handelt, die ähnliche Bewegungen mit ihren Flossen machen. Dabei ist nach Erkenntnissen der Forscher das Risiko von Surfern besonders hoch, vom Weißen Hai mit tierischer Beute verwechselt zu werden.

Für die Studie wurden Videoaufnahmen von Meeressäugern mit schwimmenden und surfenden Menschen aus der Perspektive des Hais verglichen - nämlich von unten. Dem Weißen Hai sei aus seinem Blickwinkel eine "eindeutige visuelle Unterscheidung zwischen Menschen und Flossenfüßern" nicht möglich, schreiben die Autoren.

Bisher zu wenig über Verhaltensweisen bekannt

Es handle sich um die erste Studie, welche die Fälle von verwechselter Identität "aus der Perspektive des Weißen Hais" betrachte, sagte die Hauptautorin Laura Ryan, Biologin an der Macquarie-Universität im australischen Sydney.

Im vergangenen Jahr waren allerdings weltweit nur weniger als 60 Angriffe von Haien auf Menschen gezählt worden. Der Studie zufolge schüren diese Attacken jedoch ein "unverhältnismäßiges" Ausmaß von Ängsten, da bisher zu wenig über die Verhaltensweisen von Haien bekannt sei. (APA/AFP)


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