Ehefrau zwei Mal bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

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Wien – Eine Frau soll in der vergangenen Woche in einer Wohnung in Wien-Landstraße zwei Mal von ihrem Ehemann dermaßen attackiert worden sein, sodass sie ihr Bewusstsein verlor. Anfang der Woche drückte der 55-Jährige der Frau einen Polster ins Gesicht und am Mittwochnachmittag würgte er sie mit den bloßen Händen. Bei beiden Angriffen wurde sie bewusstlos. Der Mann wurde laut Polizei zunächst auf freiem Fuß angezeigt.

Das Paar hatte seit Wochenbeginn mehrfach wegen finanzieller Probleme gestritten. Dabei wurde der 55-Jährige handgreiflich gegen seine 60-jährige Frau. Sie traute sich nicht, die Polizei zu informieren. Das übernahm ihre Schwester, die am Mittwoch nach der zweiten Attacke die Einsatzkräfte holte.

Betretungs- und Annäherungsverbot

Der 55-Jährige wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zur sofortigen Vernehmung gebracht. Nach der Einvernahme wurde er zunächst nicht festgenommen, sondern auf freiem Fuß angezeigt. Gegen den Mann wurde zudem ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen. Weitere Einvernahmen und Ermittlungen waren am Donnerstag am Laufen. Die 60-Jährige wurde vom Rettungsdienst versorgt, musste jedoch nicht zur Behandlung in ein Krankenhaus.

☎️💻 Hier finden Sie Hilfe

Frauen, die Gewalt erleben, finden kostenlos und rund um die Uhr Hilfe und Informationen bei der Frauenhelpline unter: 0800/222555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser unter www.aoef.at und der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie: www.interventionsstelle-wien.at

Betroffene von Gewalttaten und Verbrechen können sich an die Opferschutzorganisation Weißer Ring wenden unter der Tel.: 0800/112-112, www.opfernotruf.at; droht akute Gewalt, rufen Sie sofort den Polizeinotruf unter 133 oder 112. Gehörlose und Hörbehinderte können per SMS an 0800/133 133 Hilfe rufen.)

Erst am Mittwoch haben die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser in einer Aussendung einen grundlegenden "gesellschaftlichen Klimawandel" gegen Männergewalt an Frauen gefordert, nachdem rund um den Feiertag wieder Frauen von ihren Partnern lebensgefährlich verletzt wurden. "Die Brutalität und zunehmende Männergewalt an Frauen ist unhaltbar. Seit Beginn 2014 haben bereits 223 Frauen ihr Leben verloren. Dieses enorme Ausmaß an Gewalt können und wollen wir nicht mehr hinnehmen", hieß es. "Die Folgekosten der Männergewalt an Frauen sind nicht nur hohe volkswirtschaftliche Ausgaben; sie kostet dem Staat Milliarden. Sie ist aber vor allem eine Sicherheitskrise für unsere Gesellschaft, besonders für Frauen und Kinder. Viele Frauen leben in Angst und Panik und fühlen sich vom Staat in Stich gelassen." (APA)

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