Sinner zu stark für Novak, Tsitsipas out, Zverev weiter

Dennis Novak musste sich im Achtelfinale mit 4:6,2:6 geschlagen geben. Alexander Zverev hat das Viertelfinale erreicht. Der topgesetzte Stefanos Tsitsipas ist ausgeschieden.

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Dennis Novak während seines Spiels gegen Jannik Sinner.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Der Weltranglistenelfte Jannik Sinner hat sich am Donnerstag beim Wiener ATP-Tennisturnier als zu stark für Dennis Novak erwiesen. Der Niederösterreicher musste sich in der Stadthalle im Achtelfinale mit 4:6,2:6 geschlagen geben. Es war seine zweite Achtelfinalpartie bei diesem Turnier nach 2017, auf den Viertelfinaleinzug muss er also weiter warten. Sinner trifft nun auf den Norweger Casper Ruud, der sich am Heumarkt mit 7:5,4:6,6:4 gegen Lorenzo Sonego (ITA) durchsetzte.

Novak haderte nach der Partie vor allem mit seinen vergebenen Breakmöglichkeiten. "Die Idee war, ihn nicht spielen zu lassen, den zweiten Aufschlag zu attackieren. Das ist mir am Anfang gelungen, auch im restlichen Match, der Unterschied war aber die Chancenauswertung." Er habe kein Break durchgebracht, Sinner fast alle seiner Chancen genützt. "Hätte ich am Anfang das Break gemacht, wäre es ein anderes Spiel geworden."

Der Österreicher kam gut in die Partie, brachte zunächst seine Aufschläge durch und hatte beim Stand von 2:1 zwei Breakbälle, die er aber ungenutzt ließ. Mit vier Punkten in Folge stellte Sinner, Turniersieger heuer in Melbourne, Washington, Sofia und Antwerpen, auf 2:2. Beim 3:3, 40:0 verwertete er gegen den bisher sehr guten Aufschläger Novak den zweiten Breakball. Der Favorit konnte sich weiter auf seine Aufschläge verlassen und sackte den ersten Satz nach knapp 40 Minuten mit 6:4 ein.

Der 20-jährige Sinner erhöhte gleich zu Beginn des zweiten Satzes das Tempo, holte sich mit druckvollerem Spiel mit Break das erste Game. Sah sich aber sogleich mit einem weiterhin kämpfenden Lokalmatador konfrontiert und musste nach Rückhandfehler einen Breakchance abwehren - was ihm souverän gelang.

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Drei Breakchancen, kein Punktgewinn

Bei 0:3 erarbeitete sich Jungvater Novak, der in der Weltrangliste auf Platz 116 steht, drei Breakchancen, kam gegen Sinner aber abermals nicht ans Ziel eines Punktgewinns. Der noch um die Teilnahme an den ATP Finals in Turin ringende Sinner holte sich den zweiten Durchgang 6:2 und somit nach 1:16 Stunden auch die Partie. "Das fühlt sich super an, es ist eine super Stimmung hier", erklärte Sinner, der sich über zahlreiche Fans aus Italien in der Stadthalle freuen konnte.

Er habe gleich von Beginn an versucht, Druck zu machen. Das bekam Novak zu spüren. "Es ist schwierig, gegen ihn so spielen. Er wird eine strahlende Zukunft haben", ist die ÖTV-Nummer-Zwei überzeugt. Er freut sich über die Unterstützung der Fans. "Auch wenn das Ergebnis eindeutiger ausschaut, als das Spiel war: Die Stimmung war trotzdem super. Ich habe die Unterstützung sehr genossen, leider habe ich nicht mehr bieten können."

Zverev erreichte Viertelfinale

Alexander Zverev.
© GEORG HOCHMUTH

Alexander Zverev hat bei den Erste Bank Open in Wien das Viertelfinale erreicht. Der als Nummer zwei gesetzte Deutsche gewann am Donnerstag in der Stadthalle gegen den Australier Alex de Minaur mit 6:2,3:6,6:2. Der Weltranglistenvierte trifft am Freitag auf den Kanadier Felix Auger-Aliassime, der gegen Cameron Norrie (GBR) mit 2:6,7:6(6),6:4 ebenfalls über drei Sätze musste. Auch die Jungstars Jannik Sinner und Casper Ruud sind in der Runde der letzten acht dabei.

Zverev erklärte im Interview auf dem Platz, dass er den Jetlag noch spüre und im zweiten Satz die Konzentration verloren habe, auch sei der Gegner stärker geworden. "Es war ein sehr gutes Match von uns beiden", wusste der Olympiasieger. Gegen Auger-Aliassime, mit dem er es nun am Freitag zu tun bekommt, hat er auf der Tour dreimal gewonnen und zuletzt in Wimbledon verloren. "Er ist ein unglaublicher Spieler und fightet noch fürs Masters. Er wird sehr motiviert sein und spielt wahnsinnig großes Tennis momentan, das wird ein kleines Highlight des Turniers werden."

Tsitsipas out

Stefanos Tsitsipas.
© GEORG HOCHMUTH

Der topgesetzte Stefanos Tsitsipas ist im Achtelfinale ausgeschieden. Der Tennis-Profi aus Griechenland unterlag Frances Tiafoe aus den USA 6:3,3:6,4:6. Im Spätspiel boten Tsitsipas und der Qualifikant Tiafoe den Zuschauern eine regelrechte Show. Nachdem der US-Amerikaner den zweiten Satz gewonnen hatte, ging es im entscheidenden dritten Durchgang hin und her. Das erste Aufschlagspiel von Tiafoe gewann Tsitsipas zum 2:0, der Weltranglisten-Dritte kassierte dann aber drei Games später das Re-Break und verlor auch den Aufschlag zum 3:4.

Tiafoe, die ATP-Nummer 49, schien nun unverwundbar und stellte auf 5:3 aus seiner Sicht. Tsitsipas bäumte sich zwar noch einmal auf und gewann das folgende Game zu Null. Danach servierte aber Tiafoe aus und fixierte die Sensation. "Wegen euch war es eine große Freude, hier zu spielen. Ich liebe es, in Wien zu spielen", sagte Tiafoe im Anschluss in Richtung der Fans in der Halle. Er bekommt es nun mit dem Argentinier Diego Schwartzman (ARG-8) zu tun.

Nach Carlos Alcaraz (ESP) und Matteo Berrettini (ITA-3) am Mittwoch stiegen am Donnerstag weiters auch Schwartzman in einer teils hitzigen und umkämpften Partie mit 7:6(5),4:6,6:2 gegen Gael Monfils (FRA) sowie der Norweger Casper Ruud mit einem 7:5,4:6,6:4 gegen Lorenzo Sonego (ITA) auf. Ruud bekommt es im Viertelfinale mit dem Südtiroler Jannik Sinner zu tun. Es wird das Duell zweier Anwärter auf einen Platz im Teilnehmerfeld der ATP Finals in Turin. "Er hat fünf Turnier heuer gewonnen, ich vier. Wir haben beide heuer viele Matches gespielt. Es wird ein hartes Match, ich freue mich auf ein großes Battle", sagte Sinner. (APA)


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