Erpressungsfalls im Bezirk Imst: Vorwürfe gegen Opfer haltlos

Im Imster Erpressungsfall fand die Polizei keine Hinweise auf ein Sexualdelikt.

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Imst – Zwei Monate nach der Klärung eines spektakulären Erpressungsfalls im Bezirk Imst hat die Polizei die Ermittlungen eingestellt. Aber nicht gegen den mutmaßlichen Täter, sondern das Opfer. Der 34-Jährige ist im Zuge der Ermittlungen wegen eines vermeintlichen, bereits Jahre zurückliegenden Sexualdelikts ebenfalls ins Visier der Beamten geraten. „Doch an den Vorwürfen war nichts dran“, bestätigt Hubert Juen, Bezirkskommandant der Polizei in Imst.

Rückblende: Wie berichtet, ist die jahrelange Erpressung im August aufgeflogen. Und zwar durch einen Zufall – ein Zeuge hatte auf dem Parkplatz eines Imster Geschäfts ein Schriftstück entdeckt, das seinen Argwohn weckte. Der Oberländer brachte den Erpresserbrief zur Imster Polizei. Der Auftakt von Ermittlungen, die rasch zu einem 33-jährigen Einheimischen führten. Bei der Hausdurchsuchung entdeckten die Beamten nicht nur eine Gaspistole, die der Oberländer trotz Waffenverbot besaß. Sie stießen auch auf Hinweise, die den Erpressungsverdacht erhärteten.

Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, soll der Beschuldigte einen 34-jährigen Bekannten zehn Jahre lang erpresst haben. Das Opfer wurde beschuldigt, ein Sexualdelikt begangen zu haben. Um eine Anzeige bei der Polizei zu verhindern, zahlte der 34-Jährige im Lauf der Jahre einen hohen fünfstelligen Eurobetrag an den Bekannten. Der mutmaßliche Erpresser wurde im August in U-Haft genommen. Die Imster Polizeibeamten ermittelten in der Folge aber auch gegen das Erpressungsopfer wegen des vermeintlichen Sexualdelikts. Hinweise auf eine Straftat ergaben sich dabei allerdings nicht. (tom)

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