Volkswagen-Multivan: Alles neu beim Alleskönner

Volkswagen stellte den neuen Multivan auf die Bodengruppe des Golf. Das legendäre Multitalent wurde dabei komplett neu entwickelt und kommt jetzt erstmals auch als Plug-in-Hybrid.

  • Artikel
  • Diskussion
Die Karosserie des neuen Multivan wirkt spürbar luftiger und dynamischer. Das neue Volkswagen-Transportergesicht ziert die Front.
© Hersteller

Von Walter Schrott

Frankfurt – Seit 1985 ist er auf den Straßen unterwegs. Als Alleskönner, der sich als komfortables und geräumiges Shuttle im Taxibereich, aber auch als idealer Partner für Familie, Sport und Freizeit Zigtausende Fans geschaffen hat. Jetzt hat VW in sechsjähriger Entwicklungsarbeit den Multivan komplett neu erfunden. Dafür haben Designer und Techniker alle Register gezogen.

Mit der deutlich flacher stehenden Motorhaube, den schmalen Scheinwerfern und dem markanten Kühlergrill erinnert der T7 ein bisserl an den kleinen Bruder Caddy. Auch die Frontscheibe stemmt sich flacher gegen den Wind. Die Lichtspiele an Bug und Heck sind serienmäßig mit LED-Technologie ausgestattet. Das Dach fällt hinten leicht ab und endet in einem Dachkantenspoiler. Rundum stilistische Harmonie, für die man gerne den zweiten Blick riskiert.

Der Newcomer ist in Länge (plus 69 mm) und Breite (plus 37 mm) gewachsen und um tiefgaragentaugliche 49 mm niedriger geworden. Die beiden Schiebetüren sind Serie. Der Radstand hat um 124 mm auf 3,12 Meter zugelegt. Bei identischem Radstand werden vom T7 zwei Längen (4,97 und 5,17 Meter) angeboten. Gleichzeitig hat er um 200 Kilo abgespeckt. Das alles wirkt sich positiv auf Platzangebot, Nutzlast, Fahrverhalten und Fahrdynamik aus.

Die technisch größte Neuerung ist unter der attraktiven Hülle verborgen. Der Multivan steht jetzt auf der bewährten MQB-Plattform aus dem Konzernregal. Als erster VW-Bus ist er damit auch als Plug-in-Hybrid mit bis zu 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite lieferbar. Der Handbremshebel wurde zugunsten einer elektrischen Parkbremse ausgemustert, für die Bedienung des serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebes DSG ist anstatt des Wählhebels ein griffgünstig in die Instrumententafel integrierter Schalttaster zuständig.

Alles neu auch im Innenraum, wo die Qualitätsanmutung von Materialien und Verarbeitung auf ein neues Niveau gehoben wurde. Der Multivan mit bis zu sieben Sitzplätzen verzichtet künftig auf die Dreier-Rücksitzbank und kommt mit verschiebbaren Einzelsitzen. Damit sind via eines Schienensystems maßgeschneiderte Konfigurationen möglich. Und wenn die Sitze auf einer Seite ausgebaut sind, darf sogar ein Mountainbike mitreisen.

Je nach Sitzkonfiguration schluckt der T7 zwischen 469 und 4000 (!) Liter Ladung. Damit kann man auch schon einmal den Umzug bewältigen. Als Nutzfahrzeug versteht sich der neue Multivan aber nicht. Fürs Grobe ist ausschließlich der Bruder T6.1 zuständig.

Das Cockpit setzt auf umfassende und neueste Digitalisierung. Knöpferl und Schalter sind passé, das gesamte Infotainment wird über einen 10-Zoll-Touchscreen bedient. Lediglich das Multifunktionslenkrad behält seine Tasten. Das digitale Cockpit vor dem Lenkrad greift auf einen 10,5 Zoll großen Monitor zu, der alle Infos ins Blickfeld des Fahrers rückt. Viel investiert wurde natürlich auch in die Sicherheit. Mehr als 20 Assistenzsysteme sind – teils serienmäßig, teils optional – jetzt an Bord. Zu den neuen Optionen gehört der Travel Assist, der bis 210 km/h teilautomatisiertes Fahren ermöglicht.

Zum Marktstart im November kommt der neue Multivan mit vier Ausstattungslinien und drei Triebwerken: Neben dem 218 PS starken Plug-in-Hybrid sind zwei Benziner 136 und 204 PS im Programm. Diesel ist immer noch ein Thema, im Frühjahr 2022 folgt ein 150 PS starker TDI. Die gute Nachricht für Bewohner alpiner Regionen: Der Plug-in-Hybrid als Allradler 4Motion ist zumindest in Planung.

Unser Fazit nach ersten Testfahrten: tolles Design, hoher Wohlfühlfaktor an Bord, üppiges Platzangebot, beste Ergonomie und Variabilität, spielerisches Handling ganz nach Pkw-Art und ausgewogenes Fahrverhalten. Unschwer zu prognostizieren, dass der neue Multivan mit all diesen Tugenden in der Erfolgsspur seiner Vorgänger bleiben wird.

Die Preisliste startet nunmehr bei 49.900 Euro (136 PS Benziner), für den Plug-in-Hybrid sind mindestens 53.600 Euro fällig. Das obere Ende markiert der 204 PS starke Benziner, der ab 57.555 Euro notiert.


Kommentieren


Schlagworte