Waldbrand im Rax-Gebiet: 16 Fluggeräte und mehr als 800 Helfer im Einsatz

Erstmals war am Sonntag eine Maschine aus der Slowakei im Einsatz. Den Einsatzkräften zufolge wurden gute Löscherfolge verzeichnet, die Lage sei aber weiter angespannt.

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Im Kampf gegen den in Hirschwang wütenden Waldbrand werden Fluggeräte aus dem Ausland zum Einsatz kommen.
© APA/EINSATZDOKU.AT

Reichenau/Rax – Im Luftraum über dem Waldbrandgebiet in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) hat am Sonntag Hochbetrieb geherrscht. Unterwegs waren in Summe 16 Fluggeräte, verzeichnet wurden nach Angaben der Einsatzkräfte gute Löscherfolge. Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) ortete am Abend im Gespräch mit der APA einen „Lichtblick, das ist eine großartige Leistung aller Einsatzkräfte". Die Lage sei aber weiter angespannt.

📽 Video | Rohrhofer (ORF) zur Brandsituation an der Rax:

Eingesetzt wurde am Sonntag erstmals eine Maschine aus der Slowakei. Die Mil Mi-17 kann rund 3000 Liter Wasser transportieren. Aus Deutschland kamen am Nachmittag zwei Spezialhubschrauber – Sikorsky CH-53 – mit einem Fassungsvermögen von je 5000 Litern. Ebenfalls in der Luft war ein sogenannter Super Puma des Salzburger Unternehmens Heli Austria. Die Maschinen ergänzten das Repertoire an Fluggeräten, das von Bundesheer (sechs Hubschrauber) und Innenministerium (vier) gestellt wurde.

Über dem Rax-Gebiet unterwegs waren am Sonntag erneut auch zwei Canadair-Maschinen des Typs CL-415 aus Italien mit einem Fassungsvermögen von jeweils etwa 7000 Litern. Die Löschflugzeuge nehmen das Wasser aus der Neuen Donau am nordwestlichen Stadtrand Wiens auf, berichtete das Innenministerium.

Einsatzleiter sieht großen Schritt nach vorne

Die zahlenmäßige Bilanz der Löschangriffe vom Sonntag: 1090 Flugturns, bei denen 1.357.000 Liter Wasser abgeworfen wurden. Einsatzleiter Josef Huber sprach von einem großen Schritt nach vorne: „Viele Glutnester wurden abgelöscht durch das großvolumige Wasser. Parallel waren Bodenmannschaften in den sicheren Zonen im Einsatz." An Ost- und Westflanke seien „gute Erfolge" erzielt worden. Damit habe gewährleistet werden können, „dass sich der Brand nicht weiter ausgedehnt hat".

An Ort und Stelle waren am Sonntag mehr als 800 Helfer. In der Nacht auf Montag werden es rund 150 sein, am Montag selbst wird mit 500 Personen gerechnet. „Für die nächsten zwei Tage haben wir bereits alle Kräfte eingetaktet", blickte Huber voraus.

Zusätzliche Fluggeräte werden laut Pernkopf nicht mehr angefordert werden. Der derzeitige Stand sei auch aufgrund der geografischen Verhältnisse ausreichend: „Es ist wie ein Kreisverkehr in der Luft, mehr geht gar nicht", sagte der Landesvize. Generell werde der Einsatz noch „einige Tage dauern", wobei Pernkopf die Zeit seit Freitag, in die auch die Aufrüstung in Sachen Fluggeräte fiel, als „Schlüsseltage" bezeichnete.

Am Wochenende bereitete aufgekommener Wind vor allem an der sogenannten Ostflanke Schwierigkeiten.
© APA/ALEXANDER FECHTER

Helfer „guter Dinge", Fortschritt bei Ursachenforschung

Trotz der bereits sieben Tage andauernden Waldbrandbekämpfung seien die Helfer „guter Dinge", befand Martin Boyer, der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant.ant. „Erste Erfolge stellen sich ein, durch massive Wassereinbringung und ein beherztes Vorgehen am Boden." Angesprochen wurde von Boyer auch das Auffüllen der Energiehaushalte. Der Versorgungsdienst des Landesverbands hat in der Feuerwehr-eigenen Feldküche bisher 10.000 Portionen zubereitet.

Neuigkeiten gab es am Sonntag im Bereich der Ursachenforschung. Festgestellt wurde laut Polizeisprecher Johann Baumschlager seitens der Brandermittler, dass die Flammen am Montag an einer Stelle ausgebrochen sind, an der in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden waren. Grundsätzlich sei zunächst aber noch vieles Spekulation, sagte Baumschlager. Gesichert sei, dass hinsichtlich der Brandursache von einer „fremden Zündquelle" ausgegangen werde. (APA)


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