Altes Gericht in Mieders wird neues Gemeindezentrum

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Bei der Baustartfeier: v. l. BM Daniel Stern, die langjährige Mieterin Irma Holzinger, Diakon Michael Brugger und LR Hannes Tratter.
© M. Markschläger

Von Michael Domanig

Mieders – Das „Alte Gericht“ im Herzen von Mieders ist ein prägendes Gebäude im Ortsbild – und eines mit langer Geschichte: Das mächtige denkmalgeschützte Haus diente früher einmal tatsächlich als Bezirksgericht, im Kern geht der Bau bis aufs 16. Jahrhundert zurück.

Schon seit 20 Jahren bestand die Idee, den historischen Gebäudekomplex zum Gemeindezentrum umzugestalten. In der heurigen Periode sei es nun gelungen, das Großprojekt gemeinsam mit dem Bauausschuss schrittweise zu entwickeln, freut sich Bürgermeister Daniel Stern. So habe man schon mit einer sehr konkreten Kostenschätzung in die Finanzierungsgespräche eintreten können.

Das komplexe Bauvorhaben, verbunden mit strikten Auflagen des Bundesdenkmalamts, wird nun von insgesamt neun (!) Förderstellen unterstützt. Bei Gesamtkosten von ca. 4,8 Mio. Euro brutto bleibt laut Stern für die Gemeinde ein Eigenfinanzierungsanteil von 800.000 Euro. Sein Dank gelte besonders dem Land – allen voran LR Hannes Tratter, der auch der gestrigen Baustartfeier beiwohnte – und dem Bund.

Künftig erfährt das Alte Gericht eine multifunktionelle Nutzung: Im Erdgeschoß soll ein modernes Bürgerservice entstehen, im ersten Stock zieht die Gemeindeverwaltung ein, mit Räumen für Bürgermeister, Amtsleitung, Sekretariat und mehr. Derzeit ist das Gemeindeamt noch in ehemaligen Kindergartenräumlichkeiten untergebracht; was nur als Übergangslösung gedacht war, dauerte zwei Jahrzehnte. Die Bedingungen im jetzigen Gemeindeamt seien für die Mitarbeiter nicht mehr tragbar, meint Stern, die Vorfreude auf eine moderne Arbeitsumgebung sei umso größer.

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Im 2. Stock bietet das Alte Gericht nach dem Umbau Erweiterungsflächen für den Kindergarten, es wird dafür mit dem bestehenden, direkt angrenzenden Kindergartengebäude verbunden: Zwischen beiden Häusern entsteht zur Erschließung eine Art Treppenturm.

Höhepunkt, auch im buchstäblichen Sinn, wird ein multimedial bespielbarer Saal im Dachgeschoß (gestaltet als Sichtdachstuhl) – für Gemeinderatssitzungen, aber auch Kulturveranstaltungen. In Summe entstehe ein neues Zentrum für eine wachsende Gemeinde, die sich auch wirtschaftlich gut entwickle, bilanziert Stern. Begleitet wird das Gesamtprojekt von der Communalp.

Im Alten Gericht bestanden zuvor mehrere Wohneinheiten. Nachdem man auch mit der letzten Mieterin eine gute einvernehmliche Lösung erzielt habe, stehe seit dem Frühjahr das ganze Gebäude bereit, freut sich Stern. Rund 80 % der Bauleistungen seien bereits vergeben, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2023 angestrebt. Das Gebäude, in dem sich derzeit das Gemeindeamt befindet, werde abgerissen. Wie das Areal genützt wird, werde man sich gemeinsam mit der Dorferneuerung in Ruhe überlegen.

Die gestrige Feier zum Baustart wurde übrigens auch gleich mit der Segnung mehrerer neuer Gemeindefahrzeuge verbunden.


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