„Wer jetzt damit unzufrieden ist, der träumt noch vom letzten Jahr"

Die WSG ist spitze, zumindest was Punkteteilungen betrifft. Das 1:1-Remis gegen die Austria war am Sonntagnachmittag das siebte im 13. Saisonspiel.

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Überwiegt der Schatten oder doch das Licht? Das weiß man bei den Remis-­Spezialisten aus Wattens und Wien selbst nicht so genau.
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Von Tobias Waidhofer

Wattens – Es hat sich (natürlich) herumgesprochen, wie die WSG Tirol Fußball spielt. Und so trat die Wiener Austria am Sonntagnachmittag im Tivoli auch mit dem Ziel an, die Tiroler am gepflegten Aufbauspiel zu hindern. Und wie schafft man das am besten? Indem man „WSG-Quarterback“ Raffel Behounek auf die Beine steigt. „Das haben sie richtig gut gemacht“, bestätigte auch WSG-Coach Thomas Silberberger nach dem 1:1 gegen die „Veilchen“. Es war für beide Teams die bereits siebte Punkteteilung – und es war ein Spiel, das stellvertretend dafür stand, wie eng es in der Liga zugeht. Als Zehnter fehlen den Tiroler nämlich gerade einmal vier Zähler auf Rang vier (Hartberg).

Natürlich war man mit Blick auf die 1:0-Führung – Vrioni-Kopfball nach feiner Skrbo-Flanke – im Lager der Tiroler auch ein bisschen enttäuscht darüber, dass Austria-Teenager Muharem Huskovic mit seinem ersten Bundesliga-Treffer noch der Ausgleich gelang. Zumindest kurz nach dem Abpfiff. Trainer Silberberger war indes um eine entsprechende Einordnung bemüht. „Wer jetzt damit unzufrieden und enttäuscht ist, der träumt noch vom letzten Jahr, in dem wir sensationell die Top 6 geschafft haben. Ich habe bereits vor der Saison gesagt, dass der Raum für Enttäuschungen riesengroß ist“, meinte der Wörgler nach einer klassischen „Föhn-Partie“. „Fakt ist, wer nach einem Unentschieden gegen die Austria riesig enttäuscht ist, verkennt die Lage völlig. Wir sind genau da, wo wir hingehören.“

Es war insgesamt tatsächlich ein gerechtes Remis, auch wenn die WSG kurz vor Ende nach einem verunglückten Schoissengeyr-Rückpass durch Vrioni beinahe noch den Siegtreffer erzielt hätte. „Schade, wir haben uns in der ersten Halbzeit schwergetan“, meinte Stefan Skrbo, der seine violetten Gegenspieler auch mit der ein oder anderen „Gurke“ ärgerte. Der 20-Jährige steht auch stellvertretend für den Tiroler Underdog. „Bis vor Kurzem spielte er noch in der Regionalliga, jetzt gilt er schon fast als Heilsbringer. Da muss man vorsichtig sein“, weiß Silberberger. Man macht weiter kleine Schritte. Oder anders formuliert: Mühsam ernährt sich das WSG-Eichhörnchen.


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