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Osttirol

Spannende Dialoge zu Mystischem auf Burg Heinfels

Monika Reindl referierte zum Hexenwahn auf der Burg.
© Peter Leiter

Die Kulturdialoge auf Burg Heinfels sollen zur festen Größe werden. Die erste Veranstaltungsreihe widmete sich auch dem Hexenwahn.

Heinfels – Erstmals haben auf der Burg Heinfels die „Kulturdialoge“ stattgefunden. „Wir wollen mit diesem Projekt der Region etwas zurückgeben und einen Mittelpunkt des öffentlichen Lebens schaffen“, hatte Ulrich Zuenelli für die Eigentümerfamilie Loacker bei der offiziellen Eröffnung der sanierten Burganlage durch LH Günther Platter im vergangenen September erklärt. Die Kulturdialoge auf der Burg im Hochpustertal sollen demnach zur festen Größe werden und Besucher in ihren Bann ziehen.

Museumsleiterin Monika Reindl stützte sich in ihrem Vortrag „Hexenwahn“ auf die Forschungsarbeit von Hansjörg Rabanser, festgehalten in seinem Buch „Hexenwahn – Schicksale und Hintergründe“. „Bemerkenswert ist, dass die Hexenverfolgung und der Vorwurf der Zauberei sowohl Männer als auch Frauen fast zu gleichen Teilen betraf“, hält Reindl fest. Das tatsächliche Schicksal der sagenumwobenen Gestalt des „Thurntaler Urban“ sei bis ins kleinste Detail in den Prozessakten von 1637 dokumentiert. Vermerkt sind darin auch zahlreiche Verhöre, die auf der Burg Heinfels stattfanden. Der Prozess um vermutliche Wettermacherei gegen Urban Pichler und seine „Konsortin“ Ursula hatte mehrere Monate gedauert, zwölf Geschworene verurteilten das Paar zum Tod auf dem Scheiterhaufen im nahen Winnebach. Ludwig Rainer, Besen- und Bürstenbinder aus Innervillgraten, gewährte in einem Workshop einen Einblick in sein Handwerk. Hans Joas, Sozialphilosoph an der Humboldt-Universität Berlin, referierte live via Videoschaltung aus Deutschland über die „Macht des Heiligen“, seine Wandlungsfähigkeit zeigte der Osttiroler Künstler Paul Zinell in seiner Performance „Nennt mich Hexe“. Die Textil-Archäologin Beatrix Nutz erläuterte in ihrem Vortrag die „Hexenkunst“ des Blaufärbens.

„Von Bezugspunkten in unserer Geschichte ausgehend widmen wir uns in den Kulturtagen Fragen unserer Zeit und wollen Herz, Hand und Hirn ansprechen“, sagt Monika Reindl. Schon fest steht der Diskussionsstoff für das nächste Jahr: „Sündenfall Patriarchat? Vom Aufbegehren der Frauen.“ (TT, bcp)

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